Kunstausstellung

Revers de Trompe


Unter dem historischen Begriff des Trompe-l'Œils wird häufig eine möglichst absolute Täuschung verstanden – als wäre der Indikator eines gelungenen „Täusche das Auge!“ das völlige sich Absentieren des Kunstkontextes.

Dabei liegt der Reiz von Trompe-l'Œils gerade im Wissen um das Ausloten von Darstellungspotenzial, im grenzüberschreitenden Einsatz von Medien sowie im Austausch und in der Wechselwirkung von Bildrealitäten und Bedeutungsebenen.

Die Hypersimulation des Trompe-l'Œils – nach Jean Baudrillard eine zu große Ähnlichkeit von Darstellung und Dargestelltem herstellend und damit die Realitätsprinzipien der dritten Dimension sowie deren Konstruktionsmethodik am Bildträger in Frage stellend – unterminierte einst die Konventionen hierarchischer Figürlichkeit und repräsentativer Räume der Renaissance. Den Bildobjekten des Trompe-l'Œils schreibt Baudrillard eine „phantastische Prägnanz“ zu, vergleichbar jener, die Kinder beim Entdecken ihres eigenen Bildes erführen, und attestiert diesen Objekten Bestandteile einer „...urplötzlichen Halluzination, die der Ordnung der Wahrnehmung vorangeht.“*

Künstler_innen: Franz Bergmüller, Marcin Dudek, Judith Fegerl, Erich Gruber, Doris Theres Hofer, Stefan Klampfer, Kris Lemsalu, Philips Angel van Middelburg, Nicole Miltner, Domenico Mühle, Raimund Pleschberger, Markus Proschek, Almut Rink, Hans Schabus, Nicole Six & Paul Petritsch, Siegfried Zaworka


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