Alte Musik · Klassik

Resonanzen 2015 - Fürstenspiegel


Der Spiegel, in den man sich anderntags noch schauen können sollte, steht sprichwörtlich noch heute für das ruhige Gewissen eines in seinem Denken, Reden und Handeln konsequenten Menschen; also jemandes, der in aller Regel als vorbildlich bezeichnet werden kann. Genau dies, könnte man – wenn auch stark vereinfacht – sagen, bezweckte über viele Jahrhunderte das literarische Genre der «Fürstenspiegel»: die Spitzen feudaler Gesellschaften zu weithin sichtbaren Vorbildern zu erziehen und so ihrem Herrschaftsanspruch zusätzliche Legitimation zu verleihen.

Dass solche hohen, ja höchsten Ansprüche an das Verhalten Einzelner nur allzu leicht an menschlichen Schwächen scheiterten, ohne dadurch freilich das System zum Einsturz zu bringen, ist bekannt.

Im Jahr der 300. Wiederkehr des Todestages Ludwigs XIV. bringen die «Resonanzen» 2015 klingende Repräsentationen fürstlicher Macht und Ohnmacht, Helden- und Schandtaten, Prachtliebe und Menschenverachtung. In lustvoll-assoziativen Umkreisungen des Mottos auf der Kippe zwischen Schein und Sein ergehen sich Le Poème Harmonique, Jordi Savall, Dorothee Oberlinger und Hugo Reyne, die Capella de la Torre, Concerto Romano und viele andere!


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