Klassik

Renaud Capucon, Violine, Martha Argerich, Klavier



Programm
FRANZ SCHUBERT
Sonate für Violine und Klavier Nr. 4 A-Dur D 574
ROBERT SCHUMANN
Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 a-Moll op. 105
RICHARD STRAUSS
Sonate für Violine und Klavier Es-Dur op. 18

Martha Argerich wurde in Buenos Aires geboren und begann mit fünf Jahren ihre pianistische Ausbildung bei Vincenzo Scaramuzza. Als „Wunderkind“ gab sie schon bald öffentliche Konzerte. Nach ihrer Übersiedlung nach Europa 1955 setzte sie ihr Studium in London, Wien und der Schweiz bei Friedrich Gulda, Nikita Magaloff, Arturo Benedetti Michelangeli und Stefan Askenase fort. 1957 gewann sie die Klavierwettbewerbe in Bozen und Genf sowie 1965 den Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau. Seitdem gilt sie als eine der besten Pianistinnen der Welt.

Sie wird besonders für ihre Interpretationen virtuoser Klavierkompositionen des 19. und 20. Jahrhunderts geschätzt. Ihr umfangreiches Repertoire umfasst Werke von Bach, Bartók, Beethoven, Chopin, Debussy, Franck, Liszt, Messiaen, Prokofjew, Ravel, Schostakowitsch, Strawinsky und Tschaikowski.
Martha Argerich ist regelmäßig bei den bedeutendsten Orchestern und Festivals in Europa, Japan und den USA zu Gast. Sie ist auch eine ambitionierte Kammermusikerin, die regelmäßig mit Nelson Freire, Ivry Gitlis, Mischa Maisky, Gidon Kremer und Daniel Barenboim musiziert und Aufnahmen einspielt: „Es ist sehr wohltuend für mich, Teil eines Ensembles zu sein.“
Viele Konzerte von Martha Argerich wurden weltweit im Fernsehen übertragen. Ihre Einspielungen für EMI, Sony, Philips, Teldec und die Deutsche Grammophon erhielten zahlreiche Auszeichnungen.

Martha Argerich wurde 1996 von der französischen Regierung zum Officier des Arts et des Lettres und 1997 zum Ehrenmitglied der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom ernannt. 1998 wurde sie Künstlerische Leiterin des Musikfestivals in Beppu (Japan), 1999 rief sie den Internationalen Klavierwettbewerb und das Festival Martha Argerich in Buenos Aires ins Leben, und 2002 gründete sie das Progetto Martha Argerich in Lugano. Musical America ernannte die Pianistin 2001 zur Musikerin des Jahres. Vom französischen Ministerium für Kultur und Kommunikation wurde sie 2004 mit dem Titel eines Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres geehrt. 2005 erhielt sie vom japanischen Kaiser den Orden der aufgehenden Sonne (Goldstrahlen mit Rosette) und von der Japan Art Association den prestigeträchtigen Praemium Imperiale.

Im Jahr 2000 gewann Martha Argerich mehrere Preise für ihre Aufnahmen bei EMI, darunter ein Grammy für Konzerte von Bartók und Prokofjew, die vom Gramophone Magazine verliehenen Auszeichnungen „Artist of the Year“ und „Best Piano Recording of the Year“ für die Klavierkonzerte Chopins, der Choc du Monde de la Musique für ihr Amsterdamer Rezital und der Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik.

Ihre jüngste Einspielung galt Mozarts Klavierkonzerten Nr. 20 und Nr. 25, die sie mit Claudio Abbado und dem Orchestra Mozart für die Deutsche Grammophon aufnahm. Im Juli 2018 wurden ihre DG-Einspielungen in einer Gesamtausgabe veröffentlicht. Im selben Jahr brachte Warner Classics die Live-Aufnahmen von Martha Argerichs Konzerten in Lugano von 2002 bis 2016 in einer Sammelbox heraus.

Im Dezember 2016 wurde Martha Argerich eine weitere hohe Ehre zuteil: In einer Zeremonie in Washington verlieh ihr Barack Obama den Kennedy-Preis. Seit Oktober 2018 ist sie Trägerin des Verdienstordens der Italienischen Republik.

Renaud Capuçon
Der französische Geiger Renaud Capuçon, geboren 1976 in Chambéry, begann seine musikalische Ausbildung mit 14 Jahren am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris und gewann noch während seines fünfjährigen Studiums zahlreiche Preise. Danach studierte der Violinist in Berlin bei Thomas Brandis und Isaac Stern. 1997 ernannte ihn Claudio Abbado zum Konzertmeister des Gustav Mahler Jugendorchesters, in dem er drei Jahre lang mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Seiji Ozawa, Daniel Barenboim, Franz Welser-Möst und Claudio Abbado zusammenarbeitete.

Seitdem hat sich Renaud Capuçon als einer der bedeutendsten Violin-Solisten etabliert. Er konzertierte mit den führenden Orchestern wie den Berliner und den Wiener Philharmonikern, dem New York Philharmonic, dem London und dem Boston Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Orchestra della Scala, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Orchestre National de France und dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar de Venezuela unter der Leitung von namhaften Dirigenten wie Daniel Barenboim, Semyon Bychkov, Stéphane Dénève, Christoph von Dohnányi, Gustavo Dudamel, Christoph Eschenbach, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Daniel Harding, Long Yu, Paavo Järvi, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, François-Xavier Roth, Lahav Shani, Robin Ticciati und Jaap van Zweden.

Renaud Capuçon hat eine große Affinität zur Kammermusik: Mit Nicholas Angelich, Martha Argerich, Yuri Bashmet, Yefim Bronfman, Khatia Buniatishvili, Hélène Grimaud, Maria João Pires und Yuja Wang sowie mit seinem Bruder, dem Cellisten Gautier Capuçon, trat er u.a. bei den Festivals in Edinburgh, Berlin, Luzern, Verbier, Aix-en-Provence, Roque d’Anthéron, San Sebastián, Stresa, Tanglewood und Salzburg auf. Darüber hinaus hat er Frankreich bei prestigeträchtigen internationalen Veranstaltungen vertreten: So trat er u.a. mit Yo-Yo Ma unter dem Arc de Triomphe anlässlich der offiziellen Gedenkfeier zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands des Ersten Weltkriegs auf und spielte für die Staats- und Regierungschefs der Welt beim G7-Gipfel in Biarritz.

Er ist Künstlerischer Leiter des 2013 von ihm gegründeten Festival de Pâques in Aix-en-Provence und wurde 2016 zum Künstlerischen Leiter der Sommets Musicaux de Gstaad ernannt. 2017 gründete er das Ensemble Lausanne Soloists, bestehend aus derzeitigen und ehemaligen Studierenden der Hochschule für Musik in Lausanne, wo er seit 2014 unterrichtet. Ab der Saison 2021/ 22 übernimmt er als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter das Orchestre de Chambre de Lausanne.

Renaud Capuçon ist Exklusivkünstler des Labels Erato / Warner Classics und hat bereits eine umfangreiche Diskografie vorgelegt. Als jüngste Aufnahmen erschienen 2020 eine Einspielung von Beethovens Geistertrio und Erzherzog-Trio mit Gautier Capuçon und Frank Braley, 2019 eine gemeinsam mit David Fray realisierte CD mit Bach-Violinsonaten, ein Album mit Trios von Dvořák und Tschaikowski mit Lahav Shani und Kian Soltani live aus Aix und 2018 eine Einspielung der beiden Violinkonzerte von Bartók mit dem London Symphony Orchestra und François-Xavier Roth sowie das viel gelobte Album Cinema mit beliebten Ausschnitten aus Filmmusiken. Zu weiteren CD-Veröffentlichungen zählen Aufnahmen von Werken Brahms’ und Bergs mit den Wiener Philharmonikern und Daniel Harding sowie Kammermusik von Debussy. Seine Aufnahme zeitgenössischer Konzerte von Wolfgang Rihm, Pascal Dusapin und Bruno Mantovani wurde für die französischen Victoires de la Musique 2017 nominiert und mit einem ECHO Klassik gewürdigt.

2011 wurde Renaud Capuçon zum Chevalier de l’Ordre national du Mérite und 2016 zum Chevalier de la Légion d’honneur ernannt. Im März 2020 veröffentlichte er sein erstes Buch, Mouvement perpétuel.

Renaud Capuçon spielt die Guarneri del Gesù „Panette“ von 1737, die Isaac Stern gehörte.