Diverses · Literatur

Reinhold Rebhandl - Schatzkästlein Österreich


Berge, Seen, Landschaft, Kirchen, Denkmäler, Schlösser, Wahrzeichen und die Europabrücke. Das Schatzkästlein Österreich präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Reinhold Rebhandl eignet sich diese Bilder an, fotografiert aus Büchern der 60er, 70er und 80er-Jahre und bemalt die SW-Abzüge mit Acrylfarbe. Weiß, Schwarz und verschiedene Grautöne werden meist in Form einer unscharfen Geometrie, dann wieder lasierend oder gestisch pastos aufgetragen. Die Bilder, welche die Schönheit Österreichs zeigen, werden überdeckt, bemalt. Das eigentliche Bildmotiv verschwindet aber nie zur Gänze, es lässt sich erahnen und rekonstruieren.

Die eigentliche Intention der Fotografien, Österreich in Hochglanz zu präsentieren, die schönsten Orte für internationales und heimisches Publikum zu inszenieren, wird durch die Bemalung und die vorherrschenden Grautöne unterminiert. Die Stimmung bleibt ambivalent. Schatzkästlein Österreich stellt keine direkten Fragen zu "nationaler" oder "regionaler" Identität, hinterfragt jedoch die (ästhetischen) Mechanismen eines medial präsentierten bzw. produzierten Abbilds eines Landes.

Im Kontext mit anderen Arbeiten, zum Beispiel den gelben Parkbänken (siehe Katalog Reinhold Rebhandl, prototypes, 2000 mit dem Text von Alexander Mitscherlich: "Ich möchte mich niederlassen und die anderen müssen mir den Platz dazu mit freundlichen Gefühlen abtreten."), bietet Schatzkästlein Österreich eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff Heimat und den damit einhergehenden Inszenierungen und Projektionen.


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