Theater

Reigen


Ausgehend von den DarstellerInnen, die sich meist außerhalb des klassischen Theaterkontextes bewegen, ist dieser post-porn-Reigen eine lustvolle Neuinterpretation auf der Suche nach anderen Bildern der sexuellen Vereinigung, die bei Schnitzler noch eine verheißungsvolle Leerstelle waren.

„Geschrieben hab ich den ganzen Winter über nichts als eine Scenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, … aber, nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Theil unsrer Cultur eigentümlich beleuchten würde.“ - A. Schnitzler über „Reigen“, 1897

Wie kaum ein anderes Werk hat die Sprache und Geschlechtskonstruktion in Schnitzlers „Reigen“ die Moralvorstellungen zur Zeit der Wiener Moderne erschüttert. In der Konfrontation klassischer Rollenbilder wie Dirne, Soldat oder Süßes Mädel mit einer queeren Interpretation und Besetzung, spielt diese Produktion mit dem eingeübten Blick auf normative Geschlechtercodes in Schnitzlers Werk. Die Tabus von einst sind längst gebrochen. Was bedeutet dies für die (Un-)Lust im Heute und welche neuen Tabus sind an diese Stelle getreten?

Leitung: Yosi Wanunu, Haiko Pfost, Sabine Marte, Oliver Stotz, Bernd Eischeid, Johannes Weckl, Anna Hausmann

Mit: Denice Bourbon, Captain Cunt, Veza Maria Fernandez-Ramos, Dutzi Ijsenhower, Denise Kottlett, Peter Kozek, Lucy McEvil, Nancy Mensah-Offei, Elinor Mora, Anat Stainberg

Spezial: Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung am 16.03.2016


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