Kunstausstellung

Regieren & Verlieren: Kaiser Karl – Eine Herausforderung zum Frieden


"Regieren und Verlieren" ist der kurzen, zweijährigen Regierungszeit von Kaiser Karl, dem bis dato „unbekannten“ letzten Kaiser Österreichs, gewidmet.

2014 jährt sich der Gedenktag des tragischen Attentats von Sarajevo zum hundertsten Mal. Die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers, Erzherzog Franz Ferdinand, und seiner Frau, Herzogin Sophie von Hohenberg, am 28. Juni 1914 setzte eine Kette von Ereignissen in Gang, die rasch zum Ausbruch des katastrophalen Ersten Weltkriegs führten. Die zwei Kugeln in den Strassen von Sarajevo beendeten nicht nur das Leben von zwei unschuldigen Menschen (die Hoffnung für die Zukunft der Monarchie), sondern führten auch indirekt zum Tod von an die 17 Millionen Menschen in dem darauf folgenden Krieg.

Als Kurator der Ausstellung konnte Kerry R.J. Tattersall gewonnen werden. Der gebürtige Australier hat sich für Österreich und das Haus Habsburg bereits als Teenager interessiert. In Australien unterrichtete er Englisch und Geschichte. 1971 kam er nach Wien und wurde 1980 österreichischer Staatsbürger. 1989 wurde Tattersall mit der Gründung und Leitung der Marketingabteilung der Münze Österreich betraut, wo er u.a. auch 27 Ausstellungen organisierte wie jene über Erzherzog Franz Ferdinand, Kaiser Karl, Kaiser Franz Joseph und viele andere historischen Themen.

"Regieren und Verlieren" ist der kurzen, zweijährigen Regierungszeit von Kaiser Karl, dem bis dato „unbekannten“ letzten Kaiser Österreichs, gewidmet. Sie kann durchaus als Fortsetzung des Hauptthemas des Museums bezeichnet werden, das Erzherzog Franz Ferdinands Leben und Wirken, seine politischen Ideen und Ziele anschaulich nachvollziehbar macht. Carl Franz Joseph war der Neffe von Erzherzog Franz Ferdinand und Herzogin Sophie. Erzherzog Franz Ferdinand hatte ihn in seine Pläne für die Zukunft Österreich-Ungarns weitestgehend eingeweiht, da nach Franz Ferdinands Verzichtserklärung für seine eigenen Nachkommen im Jahr 1900 Karl in der Thronfolge an die zweite Stelle rückte.

Am 21. November 1916, mitten im Krieg, starb Kaiser Franz Joseph. Der 29jährige Karl war nun der (letzte) Kaiser von Österreich und Apostolische König von Ungarn. Er erbte eine Aufgabe, die kaum zu bewältigen war. Trotzdem versuchte er, seinen Völkern durch Reformen Erleichterung und Normalität zurückzugeben. Er wurde bei seinen Frontbesuchen persönlich mit der Grausamkeit des Kriegs konfrontiert und suchte beständig nach einem gerechten Frieden zur Beendigung der Kämpfe. Seine Regierungszeit wird oft nur als Zeit der Niederlage und des Zerfalls abgetan. Die meisten wissen auch nicht, dass sich Kaiser Karl aus seinem Schweizer Exil intensiv eingesetzt hat, um „Deutsch-Österreich“ als unabhängigen Staat zu erhalten.

Das Erzherzog Franz Ferdinand-Museum ist von 1. April bis 1. November täglich von 9 bis 17.30 Uhr (Kassaschluß: 17 Uhr!) geöffnet.


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