Jazz

Ray Anderson & MGO


Die Kombination ist leider unübertrefflich: Auf der einen Seite Ray Anderson, vermutlich der temperamentvollste, vielseitigste Posaunist unserer Zeit. Er hat Soul, er swingt, er grätscht in die Töne hinein, er jubelt, flucht, winselt, krächzt bis zum Gehtnichtmehr – und er hat den Humor zurück in den Jazz gebracht.

Außerdem singt er. Mit dem Instrument sowieso, aber er ist auch ein Crooner vor dem Herrn. Fünfmal wurde er von den Redakteuren der amerikanischen Zeitschrift "Down Beat" zum weltbesten Posaunisten gewählt.

Auf der anderen Seite steht das wilde Team des Markus Geiselhart Orchestra. Die Gefolgschaft des Stuttgarter Bandleaders, Arrangeurs und Komponisten ist ein eingeschworener Trupp der besten österreichischen Jazz-Musiker – eben jene, die den nötigen Punch dazu haben. Im letzten Jahr waren die meisten von ihnen schon bei den Schlossfestspielen und haben mit Thomas Gansch dem großen Don Ellis einen Tribut gezollt, der richtig schön aus allen Nähten platzte. Und Markus Geiselhart hatte sich in den Kopf gesetzt, im Jahr nach Gansch muss es Anderson sein, denn er hatte wieder ein Gipfeltreffen im Sinn. Ray Anderson soll nämlich mit jedem seiner Bandmitglieder ein musikalisches Pas-de-deux austragen, bevor dann alle zum großen Halali antreten. Zutaten sind alte und neue Songs, unendlich viel Spielfreude und jede Menge Big Band. Bis abermals die Nähte platzen. (Thomas Wördehoff, Ludwigsburger Schlossfestspiele)

Der Amerikaner Ray Anderson gilt als einer der überzeugendsten Jazz-Posaunisten unserer Zeit und ist sowohl für den lyrischen als auch den strukturierten Ausdruck seinen Spiels bekannt. Anderson lernte den Jazz durch die Dixieland-Plattensammlung seines Vaters kennen und studierte später u.a. mit George Lewis bei Lehrern wie Frank Tirro und Dean Hey. Weitere Einflüsse in sein Schaffen hatten Künstler wie James Brown, Sly Stone oder Jimi Hendrix. In den 1980er-Jahren war Anderson maßgeblich an der Wiederentdeckung der Posaune als Soloinstrument des Jazz beteiligt und wurde fünf Jahre in Folge in der Kritikerumfrage »Down Beat Critics Poll« zum besten Posaunisten gewählt. Der »Penguin Guide to Jazz« führt ihn als »aufregendsten Posaunisten seiner Generation«. 2010 wurde er mit dem ECHO Jazz zum Instrumentalisten des Jahres gekürt. Er wirkte an einer großen Zahl von Aufzeichnungen u.a. mit Charlie Hadens Liberation Music Orchestra mit. 2001 wurde Anderson als Gastprofessor an die State University of New York in Stony Brook berufen, wo er seit 2003 die Leitung des Jazz-Departments innehat. (Pressetext)

Der gebürtige Stuttgarter Markus Geiselhart ist als Komponist, Arrangeur, Bandleader und Posaunist ein wahrer Jazz-Allrounder. Er studierte Jazzposaune in Würzburg, spielte u.a. im Bundesjazzorchester und gründete das Würzburg Jazz Orchestra, das er sechs Jahre lang leitete. Danach zog er nach Wien, wo der Big-Band-Experte zusammen mit Mnozil-Brass-Trompeter Thomas Gansch im Jahr 2008 das Don Ellis Tribute Orchestra ins Leben rief. Eine umjubelte Tournee durch die Slowakei, Kroatien, Österreich und Deutschland sowie eine CD-Produktion folgten. 2010 gründete er außerdem das hochkarätig besetzte Markus Geiselhart Orchestra, mit dem er auch als Stageband im renommierten Wiener Jazzclub Porgy & Bess auftrat. Mit verschiedenen kleineren Formationen brachte er zudem immer wieder spartenübergreifende Projekte auf die Bühne, etwa die multimediale Hommage an Albert Mangelsdorff »Hut ab!«. Er unterrichtet in Wien u.a. am Jam Music Lab und an der Universität für Musik und darstellende Kunst. (Pressetext)

Ray Anderson: trombone, vocals
Markus Geiselhart: conductor, composer, arranger
Clemens Salesny, Romed Hopfgartner, Thomas Kugi, Sophie Hassfurther, Herwig Gradischnig: reeds
Aneel Soomary, Tobias Reisacher, Mario Rom, German Marstatt: trumpets, fluegelhorns
Dominik Stöger, Mario Vavti, Alois Eberl: trombones, euphoniums
Erik Hainzl: basstrombone, tuba
Martin Koller: guitar
Stefan Thaler: bass
Thomas Käfel: drums


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