Jazz

Ravi Coltrane


Eine der Höhepunkte des diesjährigen Jazzfrühlings in Villach bildet das Konzert mit dem Sohn des legendären Saxophonisten John Coltrane.

Ravi Coltrane (tenor saxophone)
David Virelles (piano)
Dezron Douglas (bass)
Jonathan Blake (drums)

Wie sein Vater spielt Ravi Coltrane Tenor- und Sopransaxophon, aber er spielt nicht wie sein Vater und doch ist der von seinem legendären Vater John Coltrane nach dem Sitarspieler Ravi Shankar benannte Ravi Coltrane gesegnet und gestraft mit einem Namen, der gleich in mehrfacher Hinsicht Erwartungen weckt an musikalische Genialität, Spiritualität, Virtuosität und Innovativität.

Der Geist seines Vaters, der starb, als Ravi noch ein Kleinkind war, lebt in der Musik seines Sohnes, umso mehr, als er dessen Musik nicht kopiert. Dabei scheint eher die lyrische Seite John Coltranes als sein ekstatisches Power-Play der Mentalität seines Sohnes geistesverwandt. John Coltranes Einfluss entzieht Ravi sich freilich nicht - ebenso wenig wie die meisten heutigen Jazzsaxophonisten - selbst eigenständige, wie Wayne Shorter oder Branford Marsalis, die Coltrane stilistisch nahe stehen.

Wer ohne vorgefasste Erwartungen an die Musik von Ravi Coltrane herantritt, wird von ihr reichlich beschenkt. Empfindungsreichtum spiegelt sich in seinem persönlichen Sound, der eher verhalten als direkt, eher zart als senor, eher weich als scharf ist.

Wunderbar das Zusammenspiel von Ravi Coltrane mit seinen Musikern, die er nach Villach mitbringt. Jedenfalls werden die großen Erwartungen, die man an den Namen Coltrane knüpft, bei diesem Konzert vollauf gerecht.
http://ravicoltrane.com/


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