Jazz

Randy Weston & Billy Harper Duo / Giovanni Guidi 'Salida'


Es gibt wohl kaum einen anderen schwarzen Jazzmusiker, der sich in seiner Karriere so intensiv und ernsthaft mit den afrikanischen Wurzeln dieser Musik auseinandergesetzt hat wie Pianist und Komponist Randy Weston. Der 1926 in Brooklyn geborene Weston begann seine musikalische Wurzelforschung schon lange bevor dies bei afro-amerikanischen Musikern in Mode kam. Bereits auf seinen ersten Alben in den 1950er und 1960er Jahren waren die afrikanischen Einflüsse unüberhörbar. Und bis heute hat sich daran nichts geändert. Das beweist er einmal mehr auf seinem neuen Album "The Roots Of The Blues", das der mittlerweile 87-jährige im Duo mit dem texanischen Tenorsaxophonisten Billy Harper aufnahm, der für seine emotionale, Gospel-gefärbte Phrasierung bekannt ist.

Die beiden Protagonisten begegneten sich das erste Mal 1972 bei einem von Weston organisierten Festival in Marrokko. Und seither verbindet sie eine Freundschaft und musikalische Partnerschaft, die schon auf einer Reihe von Alben dokumentiert werden konnte. Doch noch nie so konzentriert und brillant wie auf "The Roots Of The Blues". Das Album, das nun als E-Album veröffentlicht wird, enthält zehn Kompositionen von Randy Weston (darunter der zusammen mit Roland Kirk geschriebene Klassiker "Berkshire Blues"), eine von Harper und die drei Standards "Body and Soul", "Take The A Train" und "How High The Moon". Den starken afrikanischen Bezug machen dabei schon Titel wie "Blues To Senegal", "Congolese Children Song", "Blues To Africa", "Timbuktu", "Roots Of The Nile", "The Healers" und "African Lady" deutlich. In zwölf atemberaubenden Duetten und zwei Solodarbietungen legen Randy Weston und Billy Harper hier die weitverzweigten afrikanischen Wurzeln des Blues frei. (www.jazzecho.de, 2013)

Giovanni Guidi 'Salida'

Während einer Backstage-Unterhaltung bei einem Jazz-Festival im letzten Sommer kam Giovanni Guidi die Idee zu einem neuen Band-Projekt. David Virelles war sofort dafür zu haben und stellte sich der Herausforderung, eine ganz eigene und neue Form der Instrumentation im Kontext eines Jazz-Quartetts auszuprobieren: Piano und Keyboards, abwechselnd gespielt von Guidi und Virelles – zwei Musiker, die verbindet, dass jeder eine ganz eigenständige Vorstellung von seiner Musik hat, was zu unterschiedlichen Resultaten führt, aber im Laufe der Zeit eine sehr ähnliche Entwicklung hervorbringt.

Der heute 32-jährige Guidi hat die europäische Jazz-Ikone Enrico Rava als Pianist begleitet, seit er 19 war. In den letzten Jahren hat er drei Alben für ECM unter seinem Namen aufgenommen, mit Musikern wie Louis Sclavis, Gianluca Petrella, Thomas Morgan, Gerald Cleaver and Joao Lobo. Virelles ist einer der bemerkenswertesten Musiker der internationalen Szene. Auch er hat mehrere Alben bei ECM herausgebracht und hat als Sideman mit Ravi Coltrane, Chris Potter, Tomasz Stanko und Henry Threadgill gearbeitet. Von der dynamischen Stärke der Rhythmusgruppe Dezron Douglas/Gerald Cleaver konnte man sich zuletzt beim Rava-Stanko-Quintett überzeugen. Die Stärke der Gruppe liegt in ihrer originären Musik, die ihre Background-Einflüsse nutzt, um einen zeitgenössischen Ausdruck zu finden, der musikalische Grenzen überschreitet.


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