Alte Musik · Oper · Klassik

Rameau – Pigmalion, Anacréon


Zum Jubiläum rücken die donauFESTWOCHEN den für die Entwicklung der Orchestersprache so bedeutenden und zukunftsweisenden französischen Komponisten und Musiktheoretiker Jean-Philippe Rameau in den Mittelpunkt.

Jean-Philippe Rameau zum 250. Todestag
Pigmalion Acte de ballet (1748) &
Anacréon Ballet héroïque in einem Akt (1754, ÖEA)

Soetkin Elbers Sopran ∙ Annastina Malm Mezzosopran
David Munderloh Haute-contre ∙ Markus Volpert Bass

Tanz: C.O.V. / CIE. Off Verticality ∙ Rose Breuss Choreographie
L’Orfeo Barockorchester ∙ Michi Gaigg Dirigentin
Manuela Kloibmüller Regie • Isabella Reder Bühne und Kostüme

Pigmalion erzählt – frei nach Ovids Metamorphosen – die berühmte Geschichte jenes zypriotischen Bildhauers, der sich in die von ihm selbst geschaffene Statue einer Frau verliebt, welche durch Hilfe der Götter und zu seiner Glückseligkeit schließlich zu Fleisch und Blut wird. Zwar bleibt die Statue bei Rameaus Librettisten Ballot de Sovot namenlos (in späteren Fassungen wird sie Galatea bzw. Galathée heißen), dafür ist ihr Schöpfer hier weder in die Jahre gekommen noch „single“, sondern bereits mit der verständlicherweise eifersüchtig reagierenden Céphise liiert. Rameaus damals hoch geschätzter und oft gespielter Pigmalion von 1748, dessen Hauptrolle seinerzeit Pierre de Jélyotte, dem Star der Pariser Opéra zugedacht war, sollte sogar bei Jean-Jacques Rousseau Anerkennung finden – und der war bekannterweise einer der schärfsten Kritiker des Komponisten.

Neben seinen hochvirtuosen Arien, die – was die Titelpartie betrifft – in der extremen Stimmlage eines Haute-contre geschrieben wurden, ist vor allem die inmitten des Werkes eingebettete mehrsätzige Pantomime von Bedeutung, im Zuge derer der Statue, unter Anleitung ihres „Tanzmeisters“ Amor, das „Mensch-Sein“ beigebracht wird. (Musikhistorisch gesehen ist sie als ein herausragendes Beispiel der kunstvollen „Air à plusieurs mouvements“ zu bezeichnen, bei der sich Rameaus Meisterschaft nicht nur in der großen Vielfalt der vorgeführten Tänze und dem Einfallsreichtum der Themen und Motive, sondern auch in der schon von seinen Zeitgenossen bewunderten Instrumentation manifestiert.)

Was Anacréon, das zweite Werk der szenischen Produktion der diesjährigen donauFEST-WOCHEN betrifft, so war der ursprüngliche Plan Rameaus, das Stück als „Entrée“ einer dreiteiligen Ballettoper mit Namen Les Beaux Jours de l’Amour zur Aufführung zu bringen. Dann wurde es aber doch, als ein für sich stehendes „Ballet héroïque“, im Rahmen der Festivitäten einer „Voyage“, eines mehrwöchigen Aufenthalts des französischen Königshauses auf Schloss Fontainebleau, aus der Taufe gehoben, wo man sich – wir befinden uns im Herbst des Jahres 1754 – ansonsten vorzugsweise mit der Jagd beschäftigte.

Oper auf Schloss Greinburg zum 250. Todestag von Jean-Philippe Rameau
Zum Jubiläum rücken die donauFESTWOCHEN den für die Entwicklung der Orchestersprache so bedeutenden und zukunftsweisenden französischen Komponisten und Musiktheoretiker Jean-Philippe Rameau in den Mittelpunkt. Als dieser 1733 mit fünfzig Jahren seine erste Oper Hippolyte et Aricie auf die Pariser Bühne brachte, erwartete niemand, dass der bis dahin wenig bekannte Tonschöpfer in den folgenden Jahren über zwanzig musikdramatische Werke herausbringen und enthusiastisch gefeiert werden würde – ein Revolutionär im Umgang mit Harmonie, Orchesterfarben, Instrumentierung und musikalischer Schilderung. Rameaus Todestag jährt sich am 12. September 2014 zum 250. Mal.

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