Theater

Ramayana


»Das Ramayana ist in Indien eine lebendige Kraft. In Übersetzungen und Bearbeitungen und auf jene vielfältige Art, in der Überlieferungen und Legenden sich ausbreiten und Bestandteil der Lebensweise eines Volkes werden.« Jawaharlal Nehru

Es ist ein Stoff, aus dem die Träume sind und – neben der Mahabharata – das zweite große indische Nationalepos: Das Ramayana erzählt in sieben Büchern die Lebensgeschichte des Prinzen Rama aus dem Königreich Kosala, der eine glückliche Kindheit verbringt, bis ihm eines Tages die Strafe der Verbannung droht.

Zur Tragödie mutiert sein Leben, als seine schöne Frau Sita vom schrecklichen Dämonenkönig Ravana entführt wird. Gemeinsam mit dem Affen Hanuman macht sich Rama auf, seine Geliebte aus den Fängen des Bösen zu befreien.

Bis heute bewegt diese große Lebens- und Liebesgeschichte die Menschen weit über
Indiens Grenzen hinaus. Sie ist nicht nur Symbol für ein fern in der Vergangenheit zurückliegendes Goldenes Zeitalter, sondern ihre Hauptfigur, Prinz Rama, wird gemeinhin als Inkarnation des Gottes Vishnu angesehen. Und so mancher wird in der frühen fernöstlichen Handlung Parallelen zu den antiken griechischen Dichtern Homer und Ovid finden, aber auch Szenarios entdecken, die uns aus der Dramenwelt eines William Shakespeare vertraut erscheinen.

In einfachen Dörfern wie an königlichen Höfen wurden die Erzählungen aus dem Ramayana rezitiert, gesungen, tänzerisch nachgestellt, mit Hilfe von Skulpturen, Reliefs und Malereien auf Tempelwänden der Götter Shiva und Vishnu abgebildet, auf Bühnen, in Puppentheatern und als Schattenspiel aufgeführt und in der Zwischenzeit auch sehr erfolgreich als Fernsehserie verfilmt.

Nachdem Regisseur Henry Mason sein Publikum in der vergangenen Spielzeit mit Michael Endes »Unendlicher Geschichte« auf zwei höchst erfolgreiche Reisen nach Phantásien mitgenommen hat, entführt er es nun in die nicht minder bilderreiche Welt der fernöstlichen Mythologie.

Von David Farr
Deutsch von Henry Mason


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