Theater

Raimundspiele Gutenstein 2018


2018 feiern die Raimundspiele Gutenstein ihr 25-jähriges Bestehen mit dem Erfolgsstück und gleichzeitig der letzten Arbeit Ferdinand Raimunds: Der Verschwender.

Der Verschwender ist ein opulentes, großes Stück, das sich perfekt für das festliche Jubiläum anbietet, gleichzeitig ist seine Thematik von hoher Relevanz für die heutige Zeit.

Julius Flottwell wirft sein Geld mit vollen Händen beim Fenster hinaus. Er ist sich nicht der Verantwortung bewusst, die seine glückliche finanzielle Lage seiner Umwelt gegenüber bedeutet. Er unterscheidet nicht zwischen Freunden und Widersachern, weil ihm die Menschen im Grunde egal sind. Sein Reichtum schiebt sich als undurchdringliche Isolationsscheibe zwischen ihn und die Welt. Seine Großzügigkeit bedeutet wenig, denn sie kommt nicht von Herzen. Doch Ferdinand Raimund nimmt seinem Verschwender im Laufe des Stückes alles, worauf sein Selbstverständnis gegründet war: seinen Reichtum, sein Haus, seine Familie und seinen Stolz. Es ist ein brutaler, gnadenloser Prozess, dem er Julius Flottwell unterwirft. Verarmt, gealtert und einsam begegnet der Verschwender seinem ehemaligen Diener Valentin, der Verkörperung von Güte, Freundlichkeit und Empathie. Es ist diese Begegnung, die Julius Flottwell die Augen öffnet und erkennen lässt, worum es im Leben tatsächlich geht. Wie immer bei Raimund spielt die jenseitige Welt in der Figur der Fee Cheristane und des Bettlers Azur die zentrale Rolle, mit der die Gesetze der irdischen Welt aus den Angeln gehoben wird und sich zum Schluss alles zum Guten wendet.

Ferdinand Raimund begann mit dem Schreiben des Stückes am 17. Oktober 1833. Schon am 20. Februar 1834 fand die Uraufführung im Theater in der Josefstadt statt. Der Verschwender gehört zu den großen Erfolgsstücken des Dichters. Der Diener Valentin war seine erklärte Lieblingsrolle. In ihr stand er in Hamburg das letzte Mal vor seinem Tod auf der Bühne und sang als Valentin sein berühmtes Hobellied zum letzten Mal.


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