World Music

Rad & Roll 15 - Madame Baheux


Bereits zum fünfzehnten Mal findet der familienfreundliche Kultur- und Radausflug „Rad & Roll“ statt. Dabei bleibt es beim im Laufe der letzten Jahre etablierten Ablauf: Wir treffen uns um 13.00 beim Austria Tabak Pavillon am Rande des Welser Volksgartens zu einer gemütlichen „Rad & Tat“-Runde, wo in einer gemeinsamen Fahrt durch die Welser Innenstadt im Stile der Critical-Mass-Bewegung ein Zeichen für das Fahrrad als bevorzugtes Fortbewegungsmittel im städtischen Raum gesetzt werden soll.

13.30 Uhr Rad & Tat, Eine Radrunde durch die Welser Innenstadt
15.30 Uhr Paul Schuberth & Victoria Pfeil, Derschmidthof, Gunskirchen
20.30 Uhr Madame Baheux & Horns

Big To Fail – so der Titel – ist weder Ausdruck von Größenwahn noch Selbstironie, sondern bloß ein heißer Song über die Amour fou zwischen Staat und Bankensektor. Madame Baheux bleiben also ihrem politischen und satirischen Anspruch treu, z. B. mit einem Soulblues über die Leiden einer österreichischen Innenministerin zwischen Pflicht und Neigung angesichts der „Flüchtlingskrise“ von 2015 oder Jelena Popržans Kampfansage an den Ohrwurm („How Many Times I’ve Heard This Song"). Mit „We’ll Change The World" rufen Madame Baheux schlicht und einfach zum sofortigen Systemwechsel auf.

Untypisch auch der World-Music-Anteil ihres Repertoires, größtenteils bulgarische Stücke in schrägen Arrangements, ein erotischer Wedding-Song zur richtigen Handhabung von Pfefferschoten, ein kroatisches Kinderlied zu einer Melodie von Giovanno Battista Pergolesi, ein bulgarischer Tanz, komponiert von einem österreichischen Schriftsteller, ein anderer gleichfalls bulgarischer aus dem Repertoire der irischen Folkszene. Auffällig: Auch die Texte der traditionellen Lieder sind vollgesogen mit weiblichem Self-Empowerment. Dazwischen immer wieder spannende Instrumentals von Lina Neuner (Technoidl, Elegy, Infreddolita) und Ljubinka Jokić (Ages).

In vielen stilistischen Farben funkelt die Welt von Madame Baheux (eine „Französisierung“ übrigens des Wiener Slangworts „Bahö“ = Tohuwabohu), mehr als nur eine Synthese von Popržans vielen darstellerischen und musikalischen Talenten, Jokićs erdiger 70ies-Gitarre und Soulstimme, Neuners Jazzsensibilität und Maria Petrovas rhythmischer Finesse formt diese Welt. Madame Baheux haben ein dynamisches Konzept entwickelt, das sowohl bei fast allen Genres andocken als auch von allen ausgeschlossen werden kann. Was ist das also? Art-Rock? Jazz? Dark Cabaret? Fempop? World? Balkan? Agitprop? Kunstmusik zwischen Punk und Klassik? ...


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