Tanz · Theater

Rabih Mroué - Riding on a cloud


„Ich bin nicht daran interessiert, den Krieg zu erzählen und wie wir darunter gelitten haben. Mich interessiert das Nachdenken über den Krieg“, sagt Rabih Mroué. Seit vielen Jahren gehört er zu den meist beachteten und international etablierten Theatermachern und bildenden Künstlern aus dem Libanon.

Den Bürgerkrieg in seiner libanesischen Heimat stellt Rabih Mroué ins Zentrum von Riding on a cloud. Auf der fast leeren Bühne befinden sich nur ein Tisch, ein Stuhl sowie zwei Stapel Audiokassetten und DVDs, die die persönliche Geschichte seines Bruders Yasser erzählen. Dieser wurde als 17-Jähriger von der Kugel eines Heckenschützen getroffen – er überlebte schwer verletzt und leidet bis heute an einer Sprachstörung. Yasser zeigt Ausschnitte aus seinem Leben: verblichene Photographien seiner Familie, sein Kindergartenzeugnis, den Balkon des Scharfschützen. Yasser spricht über seinen Berufswunsch Musiker zu werden, über seine gesundheitlichen Rückschläge und über sein Faible Videofilme zu drehen. Dabei folgt Riding on a cloud keiner linearen Chronologie, sondern verwebt die Fragilität der eigenen Biographie auf berührende Weise mit der subjektiven Sicht auf die politischen Entwicklungen im Libanon.

„Selten erfährt man so luzide, was Sprache mit dem Sprechenden macht und umgekehrt.“—Katrin Bettina Müller, taz

65 Min.
In arabischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Mit: Yasser Mroué
Text und Regie: Rabih Mroué
In Zusammenarbeit mit: Sarmad Louis
Regieassistenz: Petra Serhal
Englische Übersetzung: Ziad Nawfal
Deutsche Übersetzung: Francesca Spinazzi

Eine Produktion von Rabih Mroué.


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