Diverse Musik

Qasida: Rosario "La Tremendita" & Mohammad Motamedi


Die Fusion von arabischen und andalusischen Elementen ist seit mehr als tausend Jahren belegt, etwa in der Figur des Universalgenies Ziryab, der im 9. Jahrhundert von Bagdad nach Cordoba zog und als äußerst prominenter Hofmusiker u.a. die ersten Musikschulen gründete.

Flamenco ist tief von arabischer Musik geprägt, allein schon in den Melismen, die den Cante Jondo ausmachen. Die Begegnung der iranischen mit der andalusischen Gesangswelt ist also aufs Erste nicht überraschend. Auf den zweiten Blick zeigen sich freilich einige Unterschiede: Mohammad Motamedi singt klassische persische Musik.

In Interviews hat er auch immer wieder betont, wie sehr ihm das genügt. Der Zwang zur Kreativität über das eigene Repertoire hinaus sei ihm ein Rätsel und fremd. Flamenco wiederum ist eine geradezu archetypisch nicht-klassische, man könnte sagen „Volks-musik“, und hat eben deswegen der spanischen Klassik unvergleichliche Impulse verliehen.

Gerade aus den unterschiedlichen Positionen heraus wird Qasida so spannend, denn beide Genres haben ihre Regeln, rhythmische und melodische „Inhaltsverzeichnisse“, ja Verhaltens-Codices.

So ist es bei der Nennung einer der Auszeichnungen, die Rosario La Tremendita erhalten hat, wichtig, genau zu sein: Beim Concurso Nacional de Arte Flamenco de Córdoba erhielt sie den ersten Preis für die Interpretation der Formen „bulerías“ und „soleá por bulerías.“ Geboren 1984 in Triana (Sevilla), hat sie gewiss eine der bedeutendsten neuen Stimmen im Flamenco, rau und doch, wie es immer wieder heißt, „honigsüߓ. Dasselbe könnte man von Mohammad Motamedi feststellen. Geboren 1978 in Kashan (Isfahan/Iran), hat Motamedi seine Stimme bislang in so illustren Orten wie dem Palast von Versailles oder am Sufi-Festival in Karachi erklingen lassen. 2013 wurde er im Rahmen der Babelmed von Marseille mit dem World Music Award des Radiosenders France Musique ausgezeichnet.

ROSARIO LA TREMENDITA, MOHAMMAD MOTAMEDI | Gesang
SALVADOR GUTIÉRREZ | Gitarre
ORUCO, TREMENDO (HIJO) | palmas
HABID MEFTAH BOUSHEHRI, PABLO MARTÍN JONES | Percussion
SINA JAHANABADI | Kamanche
ROSARIO "LA TREMENDITA" | Musical Direction
ERNESTINA VAN DE NOORT | Musical Producer

Eine Produktion der Dutch Flamenco Biennial in Koproduktion mit dem Morgenland Festival Osnabrück.


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