Pop / Rock

Pyrit


Pyrit ist die musikalische Seele des St. Galler Produzenten und Filmemachers Thomas Kuratli. Zwei Jahre lang hat er an der Erschaffung von «Control» gearbeitet. Entstanden ist eine vertonte Auseinandersetzung mit dem Menschsein, der Digitalisierung von Fleisch und Blut in Form von aufregend hypnotisierender Musik.

«Control» ist das zweite Werk von Pyrit. Darin erzählt er die Geschichte von einem Wesen an der Kippe zur Menschmaschine, gefangen im Zustand zwischen konstruierter Vorstellung und der Auflösung im Nichts.

In seinem Studio in Paris hat er sich ein Labor eingerichtet, komponiert und ausprobiert, an Klängen geforscht, Synthesizer verkabelt und an seinem Lichtkonzept geschraubt. Er verknüpfte digitale und analoge Ästhetik mit Gegenständen der weltlichen Realität und dem, was sich mit technischen Mitteln daraus drehen ließ. Reale Instrumente wie die Kesselpauke und das Xylophon hat er dekonstruiert, verfremdet und neu erfunden. Alltags- geräusche wurden zu Rhythmen auf neuer Frequenzebene: die Pariser Metro, Metalltüren, Wassertropfen und ein Hydrophon wurden in den musikalischen Kosmos des Pyrit geschleust.

Gemeinsam mit Michael Gallusser (Stahlberger, Lord Kesseli & The Drums) hat er an neuen Möglichkeiten des Klangbilds gearbeitet und die daraus entstandenen Stücke in Paris zu Ende gebracht. Was auf «Control» zu hören ist, ist die Essenz unzähliger Sessions. Entstanden ist eine eigensinnige Vorstellung von Musik, die an der Substanz zehrt, die überfordern kann und eintauchen lässt in einen Film, den es als solchen nicht gibt. Mit einem eigens konstruierten Klanglabyrinth und unwirklich verwaschenen Stimmen hat Pyrit einen kanalisierten Trip durch die Schwerelosigkeit erschaffen und auf Platte gebannt. Er vertont den Zustand eines Menschen, gefangen in einer Maschine, gesteuert von Algorithmen und entbunden von emotionalen Verbindungen.

Zehn Lieder lang entfaltet sich diese Geschichte, bis im letzten Stück namens «Styx» das Ersehnte passiert: Das Weglassen von Rhythmus und Struktur, die Aufösung in einen letzten Basston. Was wie ein Ende klingt, ist tatsächlich der Beginn einer neuen Realität, in der das Vorkonstruierte, x Gedachte aufgelöst wird und in den verheissungsvollen Zustand des Ungeahnten mündet.


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