Kunstausstellung

Protrait


Zu sehen sind ausgewählte Werke von sieben geladenen KünstlerInnen zum Thema Portrait.

Laura Bielau, Christian Eisenberger, Patrycja German, Maja Körner, Elke Silvia Krystufek, René Luckhardt, Christoph Schellberg
Invited by René Luckhardt.

Ein Portrait ist in der Regel definiert als Darstellung einer Person; neben Stillleben und Landschaft das wohl wichtigste Genre der Bildkünste. Die Ausstellung PROTRAIT führt nun Arbeiten aus verschiedenen Medien zusammen, aus Malerei, Skulptur, Fotografie und Video. Dabei geht sie unter anderem der Frage nach, welche Rolle das Thema im jeweiligen Werk der KünstlerIn spielt. Aber auch, wie weit der Begriff des Portraits gehen könnte und ob es nicht sogar einen Punkt gibt, an dem er sich selbst infrage stellen muss. Bereits der Ausstellungstitel bietet verschiedene Lesarten. Er verweist auf die kursierende Ansicht, im Wort Portrait stecke das lateinische pro trahere (hervor ziehen, ans Licht bringen), ebenso wie auf eine Lesart als Aufruf: Pro trait!, wobei das das englische Wort „trait“ (dt. Merkmal oder Charaktereigenschaft) eine besondere Betonung erhält.

Nicht zuletzt erwarten wir heute von einem Portrait die künstlerische Darstellung eines signifikanten Merkmals des Dargestellten, das u.a. der Wiedererkennung dient. Aber „selbstverständlich“, so Luckhardt, „ist PROTRAIT auch ein Schreibfehler“, somit also eine (unbewusste) Abwandlung oder verfremdete Darstellung des ursprünglichen Wortes. So gesehen bleibt aber auch ein Portrait immer eine Abwandlung oder Verfremdung des Dargestellten zugunsten einer übergeordneten Eigenschaft oder Absicht - und damit streitbar. Denn steckt nicht letztlich in jeder noch so genuin engagierten oder gelungenen Darstellung auch eine Verfälschung des Dargestellten? Wir lassen die Frage offen, erlauben uns aber darauf hinzuweisen, dass hier das alte Streitthema berührt wird, ob eine gelungene künstlerische Darstellung notwendigerweise auch wahr zu sein habe.


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