Theater

Princip


Drama in zwei Teilen

Aus dem Serbischen von Vukan Mihailović de Deo und Aleksandra Pejović
Bearbeitung der Übersetzung von Renata Britvec

Die serbische Dramatikerin Biljana Srbljanović, international durch ihr Belgrader Kriegstagebuch bekannt, das 1999 während des NATO-Krieges gegen Jugoslawien entstand, gilt als zentrale künstlerische Stimme ihres Landes. Die Autorin geht, anlässlich des 100 Jahre zurückliegenden Ausbruchs des Ersten Weltkriegs, in ihrem Auftragswerk für das Schauspielhaus Wien vom auslösenden Moment dieses Kriegs aus, dem bis heute folgenreichsten politischen Attentat der Weltgeschichte:

In Princip konzentriert sich Srbljanović auf jene Gruppe junger anarchistischer Terroristen um den 18-jährigen bosnischen Serben Gavrilo Princip, die den Mord an dem österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo verübte.

Princip ist indes keine historische Arbeit; um Zeitkolorit geht es der Autorin entschieden nicht. Ausgehend von der unmittelbaren Vorgeschichte des Ersten Weltkriegs spürt sie der Frage nach, welche Formen der Nationalismus im gegenwärtigen Europa angenommen hat. Srbljanović berücksichtigt in Princip neben unzähligen historischen Quellen auch Ereignisse der jüngsten europäischen Geschichte, thematisiert etwa die Ermordung des ersten demokratisch gewählten Regierungschefs Serbiens, des Premiers Zoran Đinđić 2003 durch anti-westliche Nationalisten – und versteht ihr Stück auch als hochaktuellen Diskussionsbeitrag zu Idee und „Ethik“ des Terrorismus.

URAUFFÜHRUNG

Besetzung:

Autorin Biljana Srbljanović
Regie & Bühne Michał Zadara
Kostüme Henriette Müller
Musik Barbara Wysocka

Mit:

Nicola Kirsch
Florian von Manteuffel
Gideon Maoz
Martin Vischer
Simon Zagermann


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