Kunstausstellung

Prantl- Eine Künstlerfamilie


Karl Prantl (1923 -2010) zählt zu den wichtigsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Als Initiator des Europäischen Bildhauersymposions in St. Margarethen prägt er das Verständnis für Skulptur und Bildhauerei national und international. Die Naturerfahrung wird zum wesentlichen Element in Prantls Kunst. Der Stein ist für ihn elementar. Einschlüsse, Strukturen, Ablagerungen, Phasen des Drucks werden durch seine Bearbeitung sichtbar gemacht und hervorgehoben. Der Bearbeitung der Steine geht ein langer Prozess des Betrachtens, Betastens und Befühlens voraus, nicht zuletzt deswegen nennt er sie Meditationssteine. Glatt polierte Oberflächen harmonieren mit unbehandelt rauen Strukturen. Oberflächen sind kugelig, wellenförmig, durchbrochen, mit geometrischen Vertiefungen, Rillen, Mulden oder skelettartig überzogen. Wer Prantls Steine berührt, seine Finger darüber gleiten lässt, vermag unmittelbar die meditative Kraft verspüren, die von diesen ausgeht.

Ähnliches geht von den Bildern Uta Peyrer-Prantls aus. Kosmische Weite, galaktische Unendlichkeit, Horizonte, die den Blick des Betrachters in die Tiefe ziehen, prägen Utas Bilder. In ihrem unverkennbaren Stil operiert sie mit punktförmigen Kreisen, Spiralen, Linien, die sich kreuzen, sich verdichten oder auseinandertriften. Die weiten Felder aus punktförmigen Zentren entstehen in vielen zarten transparenten Farbschichten übereinander. Immer wieder überarbeitet die Künstlerin ihre Bilder, selbst kleinste Veränderungen stören die Komplexität der Ordnung und erfordern manchmal deren Neuordnung. Sie fängt Tages- und Jahreszeiten in gekonntem Farbspiel ein. Sie schafft einen Farbkosmos, in dem sich der Betrachter wiederfindet oder verliert…..

Katharina Prantl liebt ebenso Sphärisches in ihren oft großformatigen Bildern auszudrücken. Ihre vielen Reisen und Auslandsaufenthalte sind dafür Inspirationsquelle. Ihre Werke zeichnen sich durch Transparenz vieler übereinanderliegender Farbschichten aus, sind durch einen extrem malerischen, weniger zeichnerischen Zugriff auf das erinnerte Motiv gekennzeichnet. Ihre Landschaften sind malerische Destinate jener Gegenden, die sie faszinierten, deren Schönheiten sie metaphorisch formulieren wollte. Oft spielt sie mit den weißen Flächen der Leinwand, skizziert mit wenigen kraftvollen Pinselstrichen Momentaufnahmen oder entfernt zurückliegende Erinnerungen.

Die künstlerische Familiengeschichte wird durch ein Video von Sebastian Prantl, Choreograph und Tänzer und seiner Frau Cecilia Li-Prantl, Pianistin, mit dem Video „Prelude WALK IN“, eine Hommage an Claude Debussy, komplettiert. Beide sind künstlerische Leiter des Tanz Atelier Wien/TAW. Das Video wurde unter TRANS ART WORKS im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit von BühnenkünstlerInnen im Rahmen des Tanz Atelier Wien beim Kuandu Arts Festival 2013 in Taipei, Taiwan, gedreht. Cecilia Li-Prantl spielt darauf live die 12 Preludes, des 2. Heftes von Claude Debussy, mit so klingenden Titeln wie „Brouillards“ (Nebel), „Les Fées sont d’exquises daneuses“ (Die Feen sind ausgezeichnete Tänzer) oder „Feux d’artifice“ (Feuerwerk). Prantls Bühnenpartnerin ist die taiwanesische Choreographin und Tänzerin Ku Ming-Shen.


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