Theater

Potocari Party


Fatima hat die Massaker von Srebrenica überlebt, dabei aber Mann und Sohn verloren. Das Stück erzählt von Überlebenden, von Soldaten, Kriegsprofiteuren und einem Schriftsteller, der versucht, zu begreifen. Ein Abend über Unfassbares.

„Wir widmen uns den unklaren Schatten, den verwaschenen Erinnerungen und den Unmengen von Stimmen, die in die Ereignisse verwickelt sind.“

Regie: Stevan Bodroža

Mit: Alexander Braunshör, Tim Breyvogel, Jaschka Lämmert, Gottfried Neuner, Ana Stefanovic-Bilic

Regisseur Stevan Bodroža über das Theaterstück:

„Ich muss zugeben – und das ist ein sehr persönlicher Gedanke – dass es für einen Künstler aus Serbien sehr schmerzvoll ist, sich mit den historischen Ereignissen von Srebrenica auseinanderzusetzen.

Die Kunst bewegt den Geist, wenn einer Gesellschaft Fragen gestellt werden. Obwohl das Konzept der Schuld eines ganzen Volkes längst verworfen wurde, ist die Tatsache, dass einige Menschen serbischer Nationalität Bosniaken während des Bosnienkrieges getötet haben und zwar im Namen des ganzen serbischen Volkes getötet haben, ein historischer Fakt, der alle angeht.

Auf ihre bizarre, nekrophile und morbide Art haben diese Menschen den Verbrechen in ihren Augen Legitimität verliehen. Das ist die Wahrheit, mit der sich das heutige Serbien nur sehr schwer konfrontieren lässt.

Wenn man Srebrenica und das, was dort während dieses Krieges passiert ist, erwähnt, trifft man entweder auf Verleugnung oder auf Schuldzuweisungen.Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, das ein Künstler serbischer Herkunft die Chance erhält, das Stück auf nicht-serbischem Boden zu inszenieren.

Es ist wichtig, das Bewusstsein über die eigene politische Verantwortung zu wecken und ein neues europäisches Selbstbewusstsein wachsen zu lassen. Es ist wichtig, weil die Geschichte die Tendenz hat, sich zu wiederholen. Weil die Dämonen der Intoleranz und des rechtsorientierten Faschismus noch immer über Europa schweben und wie Vampire nur auf den richtigen Moment warten, aus dem Graben aufzustehen und uns heimzusuchen.“


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