Pop / Rock

Portugal. The Man


Mit hintersinnig in poppige Beats verpackten Texten über eine zerbröckelnde Welt melden sich die hochsympathischen US-Indierocker zurück.

Jedes Mal ist es ein Freudenfest, wenn sich die US-Indierocker zu neuen Taten aufschwingen und dabei selbstredend im wohlvertrauten Posthof Halt machen. Dabei wären Sänger John Gourley und seine Truppe fast am neuen Albumprojekt gescheitert, das diesen Juni nun doch, aber in gänzlich anderer Form das Licht der Welt erblickt hat.

2013 erschien die letzte P.TM-Platte, und seitdem verbrachten sie in guter alter Bandmanier nahezu jede freie Minute mit der Arbeit an einem Album. Sie erschufen jede Menge individuelle Songs, die jedoch einfach nicht zueinander passen wollten, ganz egal, wie sie es drehten.

Bei einer Reise von John Gourley ins heimatliche Alaska passierten dann zwei Dinge, die eine komplette Änderung in der Flugrichtung des Albums einläuten sollten. Da war zunächst einmal eine gute Dosis rustikale elterliche Liebe, die John von seinem alten Herrn empfing. Dieser holte John auf den sprichwörtlichen Teppich zurück. "Warum dauert es so lang, das Album fertigzustellen?", sagte Johns Dad. "Ist das nicht, was Bands tun? Songs schreiben und sie dann veröffentlichen?"

Und dann schlug das Schicksal ein weiteres Mal sanft zu, als er den Ticketabriss seines Vaters vom legendären Woodstock Musikfestival 1969 fand. Es mag wie eine nichtige Sache erscheinen, doch die darauffolgenden Gespräche mit seinem Dad über Woodstock '69 klopften in Johns Kopf etwas locker. Er verstand, dass, ganz in der Tradition der Bands aus jener Ära, Portugal. The Man über die zerbröckelnde Welt sprechen mussten, die sie umgab. Diese beiden Gedanken in Einklang bringend, traf die Band eine an Wahnsinn grenzende Entscheidung: sie nahmen ihre gesamten Arbeiten der vergangenen Jahre - und schmissen sie weg.

Diese komplett irrwitzige Entscheidung zahlte sich aus. Mit neuen, kerzengerade errichteten musikalischen Ständern ging die Band zurück ins Studio, wo sie mit u.a. mit Danger Mouse und ihrem langjährigen Wegbegleiter Casey Bates arbeiteten. In diesem neu gesteckten kreativen Territorium entwickelte sich das, was am Ende das Album "Woodstock" werden sollte, wie von selbst.

Mit den Leadsingles "Feel It Still" und "Rich Friends" verfügt es über gleich zwei veritable Welthits. Vor allem aber weckt es die Sehnsucht, diese live so hochdynamisch und hochsympathisch musizierende Band unbedingt wiederzusehen.


Vergangene Termine