Kunstausstellung · Film

Porträt und Experimentalfilm



In Warhols Werk ist das Porträt in unterschiedlichen Medien präsent. Ob und inwiefern seine Screen Tests (1964–1966) als Porträts zu verstehen sind, ist eine offene Frage. Für das experimentelle Kino der 1960er-Jahre mag das Interesse am filmischen Porträt erstaunen, denn der Experimentalfilm zeichnete sich durch die radikale Abwendung von zeitlicher oder räumlicher Kohärenz aus, die in der Gattung Porträt vorausgesetzt zu sein scheint. Das Programm stellt das Porträt im Experimentalfilm in seinen unterschiedlichen Funktionen vor: als Reflexion über filmische Mittel, als soziale Bildform, als Kommodifizierung des Gesichts, als Vorstellung einer (Produktions-) Gemeinschaft sowie eines Publikums.

Programm
Andy Warhol, Screen Tests, 1964–1966 (Auswahl: Rolle 7)
Paul Wittenborn, 1965, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Barbara Rubin, 1965, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Ondine, 1966, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Bea Feitler, 1964, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Imu, 1964, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
David Hallacy, 1964, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Lucinda Childs, 1964, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Timothy Baum, 1966, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Marie Menken, 1966, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)
Billy Linich, 1964, 16mm, s/w, ohne Ton, 4:30 min (16 fps)

Edward Owens, Remembrance: A Portrait Study, 1966, 16mm, digitalisiert, Farbe, Ton, 4 min
Gregory J. Markopoulos, Galaxie: Jasper Johns, 1966, 16mm, Farbe, ohne Ton, 2:30 min
Gregory J. Markopoulos, Moment (Hepworth), 1970, 16mm, Farbe, ohne Ton, 8 min
Robert Beavers, The Painting, 1972/1999, 16mm, Farbe, Ton, 12 min

Kuratiert von Maja Naef