Theater

Porträt: Norbert Gstrein


Was wissen wir von den anderen? Was von uns selbst und unseren Abgründen? Mit diesen Fragen nach dem eigenen Ich und dem Fremdsein in der Welt könnte man das Werk von Norbert Gstrein überschreiben. Die Geschichten in seinen Romanen entwickeln sich oft im Kontext eines historischen oder aktuellen politischen Hintergrunds: Der Jugoslawien-Krieg, Terrorismus und religiöser Fanatismus, der Gaza­-Konflikt oder die Flüchtlingskrise. Sein letzter Roman „Als ich jung war“ (2019) spielt wieder in der Enge der Tiroler Berg- und Talwelt, die sein Frühwerk prägte. Der Ich­-Erzähler lebt mittlerweile als Skilehrer in Amerika, doch der Tod eines älteren Freundes konfrontiert ihn mit einer verdrängten Schuld und treibt ihn zurück in die Heimat.

Norbert Gstrein zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern deutscher Sprache. Für „Als ich jung war“ wurde er als „Meister des ‚zwielichtigen‘ Erzählens“ mit dem Österreichischen Buchpreis ausgezeichnet. Seine Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit Preisen überhäuft, darunter der Ingeborg-­Bachmann­-Preis 1989. Norbert Gstrein wurde 1961 in Mils (Tirol) geboren und lebt zurzeit in Hamburg. Ensemblemitglieder des Landestheaters Niederösterreich lesen aus dem Werk von Norbert Gstrein. In einer Moderation mit unserer Leitenden Dramaturgin Julia Engelmayer wird der vielschichtige Schriftsteller vorgestellt.


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