Film

Poolinale 2014


Zum vierten Mal bringt die POOLINALE Musikfilme im Festivalformat auf die große Leinwand. In diesem Jahr findet das Music Film Festival Vienna von 25. bis 30. März im Top Kino, Porgy & Bess und dem Gartenbaukino statt.

Themenschwerpunkt der POOLINALE 2014 ist „Musik und Gesellschaft“. Das kuratierte Filmprogramm untersucht die Bedeutung und potentielle Kraft von Musik im Umgang mit politischen und sozialen Schwierigkeiten, Veränderungen im sozialen Umfeld und der eigenen Person. In vielen der heuer gezeigten Filme pocht Musik nachdrücklich auf ihren Stellenwert als Verbindungselement zwischen Menschen und Kulturen, als künstlerisches Ausdrucksmittel für die persönliche Auseinandersetzung und Weiterentwicklung.

Der Bogen umspannt dabei etwa die Dokumentation „Music & Coexistence“, die Musikprojekten in Spannungsfeldern, wie dem israelisch-palästinensischem Grenzgebiet oder einer geteilten kosovarischen Stadt nachgeht. Regisseur Osseily Hanna zählt bei der Europa-Premiere des Filmes auch zu den Festivalgästen (siehe Programm). „As The Palaces Burn“ untersucht zunächst, wie grundverschieden die Fanschar der Metal-Helden LAMB OF GOD von Brasilien bis Indien sein kann – und was sie dennoch zusammenbringt. Während der Dreharbeiten erfährt das Projekt eine erstaunliche Wendung, als der Sänger der Gruppe in Prag wegen Totschlags angeklagt wird und sich dadurch auch der Blickwinkel auf etwaige Szene-Klischees – ebenso wie der Film selbst – drastisch verändert.

„The Punk Singer“ ist ein Film gewordenes Denkmal für Kathleen Hanna (BIKINI KILL, LE TIGRE) – hier ist Musik nicht zuletzt ein bedeutendes Mittel und Symbol für das Aufkommen der feministischen Bewegung der Riot Grrrls. In „My Prairie Home“ ist sie Ausdrucksmittel für die Auseinandersetzung mit der Rolle als Transgender durch Singer-Songwriter RAE SPOON. Im Gegensatz dazu steht das ungewöhnliche wie teilweise skurrile Porträt „Mistaken For Strangers“, das Regisseur Tom Berninger von der Band seines Bruders – THE NATIONAL – zeichnet.

Erfreulich ist in diesem Jahr die Fortsetzung des Vorhabens, auch österreichische Produktionen verstärkt in den Festival-Fokus rücken zu können. Die Weltpremiere des österreichischen Musikfilms „Fuck The Atlantic Ocean“ erzählt die Geschichte von SWEET SWEET MOON, dessen vom Wiener Videoblog „They Shoot Music Don’t They“ gefilmte Akustiksession zu einem unverhofften Youtube-Hit in Südamerika wurde und eine Reise durch Chile und Argentinien nach sich zog. Die Uraufführung bildet gleichsam die offizielle Eröffnung des Festivals im Porgy & Bess (Do, 27. März; 20:00h). Ebenfalls im Programm läuft „DMD KIU LIDT“. Georg Tillers stiller „Anti-Musikfilm“ mit und über die umjubelte Band JA, PANIK feierte zuletzt auf der Berlinale Premiere. Österreichs derzeit erfolgreichster Popmusiker PAROV STELAR wurde auf Tour von einem Filmteam begleitet, die dabei entstandene und äußerst kurzweilige Doku "ALL NIGHT" bietet ungewöhnlich tiefe Einblicke in den Backstage-Bereich der Musikszenerie.

Starten wird die vierte POOLINALE mit einem Lächeln: Zum Kick-Off am Dienstag (25. März, 21:00h) lädt das Festival gemeinsam mit der Filmserie „Strahler 80“ ins Gartenbaukino zu einem Jubiläums-Screening anlässlich des 30. Geburtstages von Rob Reiners legendärer Mockumentary „This Is Spinal Tap“. Am Mittwoch (26. März) bildet das Konzert von „Sugarman“ RODRIGUEZ (Stadthalle) die passende Brücke zum offiziellen Festivalstart am Donnerstag (27. März) im Porgy & Bess. Neben der besagten Weltpremiere werden an diesem Abend auch die Nominierten für den 2. Österreichischen Musikvideopreis (in Kooperation mit den Vienna Independent Shorts, Screen Sessions und mica – music Austria) bekannt gegeben, der israelische Elektro-Songwriter HELFER bestreitet als Live Act die Opening Party.

Von Freitag bis Sonntag bildet traditionell das Top Kino die Festivalzentrale. Neben dem Filmprogramm werden dabei auch die „Poolinale Talks“ einmal mehr tiefe Einblicke in die Welt zwischen Musik, Film und Werbung liefern.


Vergangene Termine