Oper · Diverse Musik

Pleyel - Die Fee Urgele


Marionettenoper in vier Akten (1776)

Das Märchen von der Fee Urgele geht aus Elementen früher Legenden und überlieferter Erzählungen hervor, wir begegnen ihrer Gestalt in alten irischen Erzählungen und in den Sagen von König Artus. Besonders eindrücklich erscheint sie in den Canterbury-Erzählungen von Geoffrey Chaucer (um 1387). In seiner Erzählung des Weibes von Bath hören wir vom Schicksal eines Ritters, der – um sein Leben zu retten – in Erfahrung bringen muss, was Damen am meisten gefällt. Bei diesem Auftrag steht ihm eine alte Frau zur Seite, die sich am Ende in ein wunderschönes Mädchen verwandelt. Dieselbe Geschichte taucht später in englischen und dänischen Erzählungen auf, und im 18. Jahrhundert vereint der französische Schriftsteller Voltaire verschiedene Versionen der Legende zu seinem Volksmärchen Ce qui plaît aux dames (Was den Damen gefällt). Bald darauf verfasst der französische Dichter Charles-Simon Favart ein Libretto mit dem Titel La Fée Urgèle, welches 1773 in Deutschland erscheint und von Karl Michael von Pauersbach für Ignaz Josef Pleyels »Die Fee Urgele« geringfügig überarbeitet wird. Von Pauersbach ist Direktor des Marionettentheaters auf Schloss Eszterháza in Westungarn, wo Pleyels Oper erstmals als Puppentheater aufgeführt wird.

In unserer Geschichte erscheint Urgele in Gestalt dreier verschiedener Charaktere: als Fee Urgele, als hübsches Blumen-mädchen Marton und als hässliche, alte Frau. Der tapfere und schöne Ritter Lisuart verliebt sich in Marton, die in Wirklichkeit die Fee und Prinzessin Urgele ist. Bevor sie sich ihm jedoch zu erkennen gibt und bereit ist, ihm ihr Herz zu schenken, stellt sie – in Gestalt einer hässlichen Alten – seine Liebe auf die Probe: Der Ritter muss vor dem Gericht der Liebe ein Rätsel lösen. Es gilt herauszufinden, was den Damen gefällt.

Ensemble in Residence

Singers in Residence
Elizabeth Dobbin – Sopran
Ida Aldrian – Alt Jan Petryka – Tenor
Jonathan de la Paz Zaens – Bass

Stephan von der Deken – Erzähler
Mark Tatlow – Leitung


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