Klassik

Pierre-Laurent Aimard - Klavier


Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Programm:

Johann Sebastian Bach - Das wohltemperierte Klavier I, BWV 846-869

Pierre-Laurent Aimard, geboren 1957 in Lyon, studierte am Pariser Conservatoire bei Yvonne Loriod und in London bei Maria Curcio. Mit sechzehn Jahren gewann er den Ersten Preis beim Olivier-Messiaen-Wettbewerb – der Beginn seiner internationalen Karriere.

Drei Jahre später ernannte ihn Pierre Boulez zum Ersten Solopianisten des Ensemble Intercontemporain, dessen Mitglied Aimard 18 Jahre lang blieb. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn früh mit zeitgenössischen Komponisten wie Messiaen, dem er bereits als Zwölfjähriger vorgestellt wurde, Kurtag, Stockhausen, Elliott Carter, George Benjamin und György Ligeti, dessen gesamtes Klavierwerk er eingespielt hat. Kürzlich brachte er zudem Tristan Murails Klavierkonzert zur Uraufführung.

Pierre-Laurent Aimard ist weltweit mit internationalen Spitzenorchestern und Dirigenten von Rang aufgetreten und regelmäßig bei den wichtigen Festivals der Musikwelt zu Gast. Er hat eine Professur an der Hochschule für Musik in Köln sowie am Pariser Conservatoire inne und wurde 2009 als Gastprofessor ans eingeladen. 2005 erhielt er den Instrumentalist Award der Royal Philharmonic Society und wurde für seine Aufnahme von Ives’ Concord Sonata and Songs mit einem Grammy ausgezeichnet.

Seine erste Aufnahme für die Deutsche Grammophon, mit der er einen Exklusivvertrag hat, Bachs Kunst der Fuge, gewann den Diapason d’Or und den Choc du Monde de la Musique ; zudem wurde er mit mehreren Echo Klassiks geehrt, zuletzt 2009 für seine Hommage à Messiaen. Weitere Höhepunkte seines Repertoires sind The Liszt Project, das Kompositionen von List neben Berg, Bartok, Ravel, Scriabin und Messiaen stellt, sowie Debussys Préludes, die er 2012 aufnahm.

„Die Religion ist wie ein Fluss, der durch viele Länder fließt. Jedes Land gibt diesem Fluss einen anderen Namen und beansprucht diesen womöglich auch noch für sich. Dabei ist der Fluss aber unabhängig von den Ländern und entspringt darüberhinaus auch einer Quelle.“

Diese Beschreibung des Sufi-Meisters Muzaffer Efendi ist nur eine von vielen Metaphern, mit denen im Sufismus darauf verwiesen wird, dass Religion nicht trennen, sondern vereinen soll.

Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Sei es in Haydns die Entstehung der Welt schildernder Schöpfung zu Beginn, sei es in Bruckners Te Deum zum Abschluss der Ouverture spirituelle, in dem sich Himmel und Erde zum Gotteslob vereinen. Gleichsam ein neues Oratorium, ein instrumentales nämlich, hat Nikolaus Harnoncourt in den drei letzten Symphonien Mozarts entdeckt. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Werken ist er überzeugt davon, dass sie aufgrund verschiedener Parameter in geradezu magischer Weise miteinander verbunden sind und in der Tonartenabfolge Es-Dur, g-Moll, C-Dur den Schicksalsweg eines Menschen widerspiegeln: einen Weg von feierlichem Ernst mit dramatischen Konflikten über Hoffnungslosigkeit bis zum geradezu triumphalen Halleluja. (Ronny Dietrich)

Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle:

Wie in den vergangenen beiden Jahren begleitet das Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen die Ouverture spirituelle inhaltlich mit wissenschaftlichen Erörterungen und Diskussionen. Das Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt Islam begleitend, werden bei den Disputationes Themen aufgegriffen, die sich mit den Fragen rund um den interkulturellen und interreligiösen Dialog auseinandersetzen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 18. Juli 2014 statt. Es folgen drei Gesprächsrunden im Rahmen der Ouverture spirituelle.


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