Theater

Pier Paolo Pasolini - Orgie


Das Theater Hamakom feiert mit ORGIE von Pier Paolo Pasolini die nächste Premiere. Regie führt Ingrid Lang, deren Regiedebüt von Caryl Churchills „In Weiter Ferne“ 2016 für den Nestroypreis nominiert wurde.

ORGIE (1966) ist eines von sechs Theaterstücken des großen Filmemachers, Poeten, Journalisten, Zeichners und Intellektuellen - des unbequemen Pier Paolo Pasolini, der im Alter von 53 Jahren ermordet wurde. Der Mord an ihm wurde nie aufgeklärt. Seine Schriften, sein kritisches Denken, seine Filme, seine unermüdliche Suche nach Wirklichkeit galten als ebenso skandalös wie seine Homosexualität.

Anhand der nachtodlichen Erinnerung eines „andersartigen“ Mannes beschreibt ORGIE das Dilemma von Menschen, die nicht den Normvorstellungen einer Gesellschaft entsprechen. Da mit steigendem politischen Rechtsruck der vergangenen Jahre die Verschärfung von normativen Regeln einhergeht, erweckt es den Eindruck, das Stück prophezeie uns die nahe Zukunft. Abgesehen davon ist Pasolinis hochpoetische, erotische und tiefgründige Beschreibung eines sadomasochistischen Paares und ihrer Leidenschaft in dem inflationären und immer seichteren Diskurs über Sexualität ein seltener Genuss.

Eine Hölle des Erkennens. Was ist wirklich, was ist Traum?
Eine Hölle des Erkennens. Was ist wirklich, was ist Traum?
Der Mann und seine Ehefrau leben ihre sadistischen bzw. masochistischen Neigungen gemeinsam
aus, hinterfragen und analysieren sie und betrachten sie in einem gesellschaftlichen
Kontext. Sie kämpft mit Gewissensbissen, er sieht keine Möglichkeit, sich der Kontrolle der
Macht zu entziehen, woraufhin die beiden ihre Bedürfnisse unterdrücken und versuchen, als
brave Bürger_innen weiterzuleben. Da sie leugnen, was sie sind, hören sie auf, in der Wirklichkeit
zu existieren und leben einen Traum. Selbst der Tod und der Versuch eines letzten Skandals
bieten keinen Ausweg aus dem Dilemma sondern nur die Erkenntnis desselben.
ORGIE wurde 1966 geschrieben und dennoch hat man aufgrund des rasanten politischen
Rechtsruckes der vergangenen Jahre, der mit einer Verschärfung von normativen Regeln einhergeht,
den Eindruck, das Stück prophezeie uns die nahe Zukunft. Abgesehen davon ist Pasolinis
hochpoetische, erotische und tiefgründige Beschreibung eines sadomasochistischen Paares und
ihrer Leidenschaft in dem inflationären und immer seichteren Diskurs über Sexualität ein seltener
Genuss.

Mit: Jakob Schneider, Johanna Wolff und Mina Pecik
Regie: Ingrid Lang


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