Theater

Philippe Quesne - Die Nacht der Maulwürfe


Die diesjährige Eröffnungsproduktion entführt in die Traumwelten des französischen Theaterzauberers Philippe Quesne. Für den steirischen herbst gräbt er sich unter die Erdoberfläche und stößt dort auf eine skurrile Gesellschaft.

In „Die Nacht der Maulwürfe (Welcome to Caveland!)“ lädt Philippe Quesne das Publikum in eine geheimnisvolle Unterwelt ein. Die Höhle weckt Assoziationen zu urzeitlichen Grotten, selbstgebastelten Geisterbahnen und Atombunkern. Hier durchlebt eine Gemeinschaft von gigantischen Maulwürfen die Zyklen des Lebens: Geburt und Tod, Fressen und Gefressenwerden, Erschaffen und Zerstören. Quesnes Geschöpfe schlagen sich blind, aber beharrlich durch ihren Alltag, rollen als Nachfahren von Sisyphos sinnlos Gesteinsbrocken hin und her und präsentieren sich als perfekte Metapher für die Menschen und ihr Tun. Verspielt, gefräßig, sympathisch und bisweilen tödlich aggressiv harren diese pelzigen Verwandten des Menschen kommender Ereignisse, die nie eintreten, und beschwören damit die absurden Figuren Samuel Becketts, aber auch Platons Höhlengleichnis herauf. Trotz der scheinbaren Ziellosigkeit ihrer Existenz entwickeln sich die Maulwürfe stetig weiter, formieren sich als psychedelische Rockband oder ergehen sich in seltsam anmutenden Ritualen.

Quesnes Einblicke in den Maulwurfshügel machen das Theater zu einem utopischen Lebensort, an dem Träume und Wirklichkeit nicht mehr zu trennen sind. Seine Magie entfacht er mit einfachsten Mitteln, Humor und einer Liebe zum Skurrilen. Gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Schauspiel, Musik und bildende Kunst schafft er eindrucksvolle Low-Tech-Spektakel und große Theaterbilder. Gewissermaßen als Fortsetzung zu seinem Stück „Swamp Club“ ( 2013 ), an dessen Ende die Insassen eines gefährdeten Kulturzentrums von einem Riesenmaulwurf gerettet wurden, entwirft Philippe Quesne eine buchstäblich aufwühlende Performance, die Installation, Philosophy in Motion und Eröffnungsakt in einem ist.

Nach der Premiere lädt die in Graz und New York lebende Künstlerin Dorit Chrysler den „Maulwurf“ Thomas Suire mit seinem Pariser Trio Infecticide zu einem gemeinsamen einmaligen Eröffnungskonzert ein: Elektropunk trifft auf Experimentalpop, in einer perfekten Paarung rund um das berührungslos gespielte Kultinstrument Theremin.

Mit Dorit Chrysler (US/AT), Infecticide (FR)


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