Literatur

Philipp Hochmair, Lesung


Präzise und einfühlsam entfaltet Tolstoi, der bedeutende russische Dichter des Realismus, die Folgen großer Gefühle für die Psyche und die gesellschaftliche Existenz der Betroffenen. Alle Varianten der Liebe, die Tolstoi durchdekliniert – und es sind weit mehr als die zwischen Anna und Wronskij – führen bei ihm nicht zu dem erhofften Glück.

Sie ist eine der berühmtesten Frauengestalten der Weltliteratur: Anna Karenina. Obgleich selbst charmant und vital lebt sie mit dem engherzigen Petersburger Würdenträger Karenin in einer funktionierenden Ehe – bis sie auf den charismatischen Grafen Wronskij trifft. Anna entwickelt eine leidenschaftliche Liebe für Wronskij, der sie sich zögernd, dann aber bedingungslos und im vollen Bewusstsein der Konsequenzen hingibt: „Alles ist zu Ende. Ich habe nun nichts außer Dir. Vergiss das nicht.“

Instinktsicher und von einer schier unbändigen Energie ist der österreichische Schauspieler Philipp Hochmair auf der Bühne zu erleben. Er verkörpert seine Figuren voller Kraft, aber auch mit Feinheiten und Ambivalenzen, wodurch er 2013 für den Wiener Theaterpreis NESTROY als bester Schauspieler für seine Rolle des Jedermann nominiert war. Hochmair absolvierte das Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien, wo er auch Schüler von Klaus Maria Brandauer war, sowie am Conservatoire National Supérieur d'Art Dramatique in Paris. Er spielt seit 2009 am Thalia Theater in Hamburg. Hier feierte er zuletzt Erfolge als Siegfried in Der Ring: Siegfried/Götterdämmerung. Wegbereitend für Hochmair war die Zusammenarbeit mit Nicolas Stemann, während der 1997 das bis heute gespielte Solostück Werther!, 2002 Hamlet am Schauspielhaus Hannover sowie Inszenierungen am Wiener Burgtheater entstanden. Hinzukommen zahlreiche Kino- und Fernsehfilme, darunter Die Manns – ein Jahrhundertroman, Die Auslöschung und die ORF/ARD-Serie Vorstadtweiber.


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