Literatur · Klassik

Philipp Blom - Eine italienische Reise


Philipp Blom im Gespräch über sein neues Werk »Eine italienische Reise. Auf den Spuren des Auswanderers, der vor 300 Jahren meine Geige baute«

Philipp Blom, Lesung
Marcel Richters, Gespräch
Rainer Honeck, Violine
Janna Polyzoides, Klavier

Philipp Blom liest aus seinem neuen Werk »Eine italienische Reise. Auf den Spuren des Auswanderers, der vor 300 Jahren meine Geige baute«. In seinem Buch geht der Historiker der Frage nach, wer der Erbauer seiner Geige war: »Unsere Finger hatten denselben Lack berührt, dieselben sanft geschwungenen Formen. Das ist es, warum ich Historiker geworden war: Die Finger vergangener Leben griffen nach mir.

Wer war dieser Mensch, mit dem mich eine gemeinsame Praxis verband, eine Technik, vielleicht eine Leidenschaft? Hatte er Heimweh gehabt, wenn er tatsächlich ein Auswanderer war, den es aus dem Allgäu nach Italien verschlagen hatte? War er glücklich, was hatte er als Kind erlebt? Woran glaubte er? Wurde er jeden Tag satt, und wovor hatte er Angst? Hat er jemals einen Gedanken daran verschwendet, wer sein Instrument einmal in Händen halten würde?«

Für Philipp Blom wurden diese Fragen zum Anfang eines Abenteuers, das ihn tief in die europäische Geschichte führte – und in seine eigene. Im Gespräch mit dem Geigenbauer Marcel Richters erzählt er von seiner Reise und von den Fragen, die weiterhin offen bleiben. Musikalisch begleitet wird er von Rainer Honeck, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker, der auf Bloms Geige spielt, sowie von der Pianistin Janna Polyzoides.

Philipp Blom, 1970 in Hamburg geboren, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Stipendium am Getty Research Institute in Los Angeles, der Premis Internacionals Terenci Moix und der deutsche Sachbuchpreis. Zuletzt erschienen bei Hanser: Der taumelnde Kontinent. Europa 1900-1914 (2009), Die zerrissenen Jahre. 1918-1938 (2014), Die Welt aus den Angeln. Eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 sowie der Entstehung der modernen Welt, verbunden mit einigen Überlegungen zum Klima der Gegenwart (2017), Was auf dem Spiel steht (2017) und Eine italienische Reise. Auf den Spuren des Auswanderers, der vor 300 Jahren meine Geige baute (2018). Im Paul Zsolnay Verlag erschien der Roman Bei Sturm am Meer (2016). Weitere Informationen unter www.philipp-blom.eu.


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