Literatur

Philipp Blom - Bei Sturm am Meer


In Form eines Briefes an seinen vierjährigen Sohn kleidet der Erzähler Ben die Geschichte seiner Familie, die ihm nun, nach dem Tod seiner Mutter, in einem neuen Licht erscheint. Fünf Tage in Amsterdam, an denen er auf die Urne der Verstorbenen wartet, um sie zu bestatten, und Gespräche mit Freunden und Verwandten führt, bringen Selbsttäuschungen und Lebenslügen zum Vorschein, die sich nach der Entführung und Ermordung seines Vaters vor vierzig Jahren in Kolumbien verfestigt hatten. Auch Übereinstimmungen und Gewissheiten in Bens Beziehung zu seiner Frau scheinen sich in Illusionen aufzulösen. Da der junge Adressat des Briefes diesen erst in 40 Jahren, zu seinem 45. Geburtstag, erhalten soll, lässt sich nicht ahnen, wie er dann auf den emotional hoch gespannten Bericht seines Vaters reagieren wird.

Philipp Blom, *1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford, Dissertation über Martin Buber. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen. Kulturhistorische, ideengeschichtliche, biographische und politische Publikationen seit 1996, u.a.: Sammelwunder, Sammelwahn. Szenen aus der Geschichte einer Leidenschaft (2004); Das vernünftige Ungeheuer. Diderot, d’Alembert, de Jaucourt und die Große Enzyklopädie (2005); Der taumelnde Kontinent. Europa 1900 – 1914 (2009); Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung (2011); Angelo Soliman – Ein Afrikaner in Wien (2011); Die zerrissenen Jahre. 1918 – 1938 (2014).


Vergangene Termine