Klassik

Philharmonia Schrammeln


Die Philharmonia Schrammeln sind seit Jahrzehnten eine Institution in Wien. Diesen Namen bekam das Ensemble in den 70er-Jahren, als der philharmonische Geiger Alfons Egger die einstmaligen Spilar-Schrammeln übernahm. Schon zuvor haben immer wieder Musiker der Wiener Philharmoniker mit Begeisterung das bereits klassisch gewordene Repertoire der Brüder Schrammel in der ursprünglichen Instrumentalbesetzung gespielt, hier wären besonders die Faltl-Kemmeter-Schrammeln zu erwähnen.

Alfons Egger hat zwanzig Jahre lang erste Geige gespielt, fast alle Konzerte selbst moderiert und auch zahlreiche Arrangements geschrieben, von denen viele noch immer zum Kernrepertoire des Ensembles zählen. Seine Nachfolge übernahm Martin Kubik, der nun von der zweiten auf die erste Geige aufrückte und Andreas Großbauer als zweiten Geiger ins Ensemble holte. Martin Kubik und Andreas Großbauer wurden 2010 bzw. 2012 von Johannes Tomböck (1. Geige, Mitglied der Wiener Philharmoniker) und Dominik Hellsberg (2. Geige, Orchester der Wiener Staatsoper) abgelöst.

Die Philharmonia Schrammeln sind in der glücklichen Lage, die Wiener Schrammelmusik weitgehend original präsentieren zu können. Zu den zwei wienerischen Geigen gesellen sich die für diese Musik typischen Instrumente: Hannes Moser an der Klarinette in Hoch G ("Picksüßes Hölzl"), Günter Haumer an der Alt-Wiener Knöpferlharmonika sowie Heinz Hromada an der Kontragitarre. Alle Besetzungsvarianten des historischen Schrammelquartettes können dadurch realisiert werden: Terzett aus den beiden Geigen mit Kontragitarre, wahlweise zum Quartett erweitert durch die G-Klarinette oder die Alt-Wiener Knöpferlharmonika, aber auch die gerade für die jüngsten Arrangements interessante Quintettbesetzung.

Die Philharmonia Schrammeln erfreuen sich im nunmehr bereits fünften Jahrzehnt ihres Bestehens ungebrochener Popularität, und das auch bei einem Publikum, das der Wiener Volksmusik ansonsten nicht ihr primäres Interesse entgegenbringt. Der seit der Saison 1999/2000 bestehende Musikvereinszyklus sowie seit 2007 regelmäßige Mitwirkungen bei der Schubertiade Hohenems/Schwarzenberg sind dafür wohl der allerbeste Beweis.

Außerdem wurde ihre Tätigkeit auf zahlreichen Tonträgern dokumentiert, nicht zuletzt durch eine 15 CDs umfassende Gesamtaufnahme der Wienerlieder aus den berühmten "Kremser-Alben" mit Angelika Kirchschlager, Walter Berry und Heinz Zednik.

2005 waren die Philharmonia Schrammeln im Pausenfilm des Neujahrskonzertes der Wiener Philharmoniker zu sehen. Sie führten unter dem Motto „Klang der Bilder“ durch den Wiener Musikverein.

2007 wurden die Philharmonia Schrammeln von der Schubertiade Hohenems eingeladen, ein Muttertagskonzert zu geben. Aus dem Livemitschnitt entstand die CD „Wiener Spezialitäten“, herausgegeben von der Deutschen Grammophon.

2008 entstand im Auftrag der Musiksammlung für Alte Instrumente des Kunsthistorischen Museums Wien die CD "Die Schrammelgeigen". Sie wurde auf den historischen Zach-Geigen der Brüder Schrammel eingespielt, als Notenmaterial wurden erhaltene Original-Manuskripte von Johann Schrammel verwendet. 2015 wurde die CD mit dem Pasticcio-Preis von OE1 ausgezeichnet.

Inspiriert durch die Affinität der klassischen Schrammelmusik zur Musik Schuberts nahmen die Philharmonia Schrammeln 2011 mit KS Angelika Kirchschlager die CD "Seligkeit" auf. Sie enthält neben Liedern und Instrumentalstücken von Franz Schubert auch Lieder von Johannes Brahms und Gustav Mahler. 2011 und 2013 wurde dieses Programm auch bei der Schubertiade Schwarzenberg aufgeführt.


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