Server error response [url] https://api.events.at/v1/events/peter-stein-46-videos/event-showtimes?date_start=2017-07-28 [status code] 526 [reason phrase] Origin SSL Certificate Error Peter Stein – 46 Videos - events.at

Kunstausstellung · Film

Peter Stein – 46 Videos


Der legendäre Theater- und Opernregisseur Peter Stein wird erstmals in einer Sonderausstellung gewürdigt. Das Künstlerhaus präsentiert Videos von 46 Arbeiten Steins, die referenzielle Aufführungen der 60er Jahre bis in die Gegenwart zeigen.

Das Künstlerhaus präsentiert auf mehr als 1000 qm Videos von 46 Arbeiten Steins, die referenzielle Aufführungen der 60er Jahre bis in die Gegenwart zeigen. 46 Theater- und Operninszenierungen sind in ihrer gesamten Länge zu sehen und bilden den Kern einer Kunstschau, welche es den Besuchern überlässt, einige Augenblicke zu verweilen oder größere Teile bis hin zu Gesamtaufführungen zu verfolgen. Interviews von und über Peter Stein sowie historische Plakate und Programmhefte ergänzen das Panoptikum des facettenreichen Künstlers und seiner Weggefährten wie Edith Clever, Jutta Lampe, Bruno Ganz, Otto Sander, Peter Simonischek, Maddalena Crippa und Klaus Maria Brandauer.

Seit einem halben Jahrhundert schlägt Peter Steins Theater der Gesellschaft Selbsterfahrungen vor, politisch-kollektiv, utopisch, zwischenmenschlich. Sein immer wieder auch kritisiertes Anliegen gilt der aktuellen Relevanz des Stückes bei größtmöglicher Texttreue zum Original. Der richtungsweisende Schauspieler und Regisseur Fritz Kortner (1892–1970) sah in Stein bereits Ende der 1960er Jahre "die größte Hoffnung für das deutsche Theater", nachdem schon seine ersten Arbeiten in München und Bremen äußerst positiv aufgenommen worden waren.

Ab 1970 produzierte Stein mit einer Gruppe von SchauspielerInnen um Michael König, Jutta Lampe, Edith Clever, Libgart Schwarz, Bruno Ganz und Otto Sander an der Berliner Schaubühne und machte diese rasch zu einer der ersten europäischen Bühnen, vorbildlich in ihrer Organisation (Selbstbestimmungstheater) und in ihren Ergebnissen: Ein Jahrzehnt lang beherrschten die neuesten Inszenierungen der Schaubühne jede Theaterdiskussion. Dass diese enorme Ausstrahlungskraft, durch die Berlin, wie in den 1920er Jahren, wieder zu einer Hauptstadt des Welttheaters wurde, für so lange Zeit anhielt, ist Stein ebenso zu verdanken wie dessen Dramaturgen Dieter Sturm und Botho Strauß sowie Bühnenbildner Karl-Ernst Hermann. Für seine Inszenierungen suchte Stein auch ungewöhnliche Spielorte außerhalb der Schaubühne am Halleschen Ufer. 1981 eröffnete er die neue Schaubühne am Lehniner Platz in einem berühmten Kinobau der dreißiger Jahre, Mendelsohns "Universum", das Architekt Jürgen Sawade nach Steins Vorgaben verwandelte. Hier konnte die gesamte Halle zum Bühnen- oder Zuschauerraum umfunktioniert werden. Die technische Ausstattung dieses Theaters gilt bis heute als bahnbrechend und einzigartig. 1985 legte Stein die Leitung der Schaubühne nieder, arbeitete fortan freischaffend und kehrte nur projektweise zurück.

1992 übernahm Peter Stein die Leitung des Schauspiels der Salzburger Festspiele. Er sorgte für die Wiederherstellung der Gleichberechtigung zwischen Schauspiel, Oper und Konzert, richtete die Perner-Insel als neuen Spielort ein und wandte sich ab 1996 in Zusammenarbeit mit Pierre Boulez und Claudio Abbado auch der Oper zu.

Für die Expo 2000 in Hannover inszenierte Stein den kompletten Faust von Johann Wolfgang Goethe – ungekürzt mit allen 12.110 Versen des ersten und zweiten Teiles. Für diese 40-Millionen-D-Mark-Produktion gründete Stein seine eigene Firma mit über 80 MitarbeiterInnen. Das Ensemble bestand dabei aus 35 SchauspielerInnen. Als Hauptdarsteller verpflichtete er Bruno Ganz, Christian Nickel, Johann Adam Oest, Robert Hunger-Bühler, Dorothee Hartinger und Corinna Kirchhoff. Bis Dezember 2001 wurde die bislang wohl aufwändigste deutschsprachige Theaterproduktion auch in der Arena in Berlin sowie im Wiener Kabelwerk gezeigt.

In Kooperation mit dem Berliner Ensemble produzierte und inszenierte Stein ab Mai 2007 die elf Akte des Wallenstein von Friedrich Schiller in einer zwölf-stündigen Aufführung auf dem Gelände der alten Kindl-Brauerei in Berlin-Neukölln. Klaus Maria Brandauer spielte die Titelrolle. Mit Brandauer in der Hauptrolle inszenierte Stein auch den Zerbrochnen Krug am Berliner Ensemble (2008), Becketts Das letzte Band in Neuhardenberg sowie König Lear am Wiener Burgtheater (2013).

Stein inszeniert seit seiner Salzburger Zeit regelmäßig an großen europäischen und internationalen Theatern und Opernhäusern, wie Opéra National de Lyon, Teatro alla Scala, Mailand, Stanislawskij-Theater, Moskau, Wiener Staatsoper und The Metropolitan Opera, New York.
Kinoprogramm

Dienstag und Mittwoch
B. Brecht
Die Mutter
Schaubühne Berlin 1970
Dauer: 02:25

M. Gorki
Sommergäste
Schaubühne Berlin 1974
Filmfassung 1975
Dauer: 01:50

S. Beckett
Das letzte Band
Neuhardenberg 2013
Dauer: 01:18

Donnerstag
Die Orestie des Aischylos
Schaubühne Berlin 1980
Dauer: 01:24 / 01:12 / 01:23 / 01:15

Freitag
F. M. Dostojewski
Demoni
Athens & Epidaurus Festival 2010
Dauer: 07:50

Samstag
J. W. v. Goethe
Faust I
Arena Berlin 2000
Dauer: 04:45

Sonntag
J. W. v. Goethe
Faust II
Arena Berlin 2000
Dauer: 08:12


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