Theater

Peter Schlemihls wundersame Geschichte


Das Theater ohne Furcht und Tadel schlüpft für Chamissos märchenhafte Parabel in ein Paar Siebenmeilenstiefel und folgt dem Unglücksraben Schlemihl durch die Höhen und Tiefen einer längst vergangenen Romantik rund um die Welt.

Filmprojektionen und Live-Musik,
erzählt und gespielt
nach Adelbert von Chamisso

Wer hätte nicht gerne den Beutel, der sich immer von Neuem mit Goldstücken füllt, sobald man welche herausnimmt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Peter Schlemihl, als er völlig mittellos von einer langen Schiffsreise heimgekehrt ist, auf das Angebot eines seltsamen Fremden eingeht, der aussieht „so grau und dünn wie ein Ende Zwirn, der einem Schneider aus der Nadel gelaufen ist“. Und gerade diesem verkauft er seinen Schatten für einen sich niemals leerenden Säckel voll Gold.
Mit diesem Tauschhandel jedoch besiegelt Schlemihl sein Unglück. Er wird zwar steinreich, doch von allen Menschen - bis auf seinen treuen Diener Bendel -, ob des Stigmas seiner Schattenlosigkeit gemieden. Sie lachen oder erschrecken vor ihm, weil seinem Wesen der wesenlose Schatten fehlt. Schlemihl versteckt sich vor der Sonne und erkauft sich sein Schattendasein mit dem Reichtum aus dem Goldsäckel, bis seine Lebensumstände unhaltbar werden und er mit Bendel die Stadt verlässt. Aber an allen Stätten, die er aufsucht, lässt sich seine Seelenruhe nur mit Geld erkaufen. In einem Badeort drängt man ihn in die öffentliche Rolle des Grafen Peter, der mit verschwenderischen Festen, die gesamte bessere Gesellschaft unterhält. Schließlich scheitert auch ein letzter Versuch seine Einsamkeit zu durchbrechen: als er um die Hand seiner Geliebten Mina anhält, wird er von ihren Eltern abgewiesen. Seine daraus resultierende Verzweiflung ruft erneut den Satan auf den Plan, der ihm nun für seinen Schatten seine Seele abspenstig machen will. Schließlich zieht Schlemihl die bittere Konsequenz aus seiner früheren Kurzsichtigkeit und schleudert den unseligen Geldbeutel von sich. Ohne Schatten und ohne Geld findet er endlich sein Glück in einem Paar Siebenmeilenstiefel…

Die „wundersame Geschichte“ 1813 von Adelbert von Chamisso (1781-1838) erdichtet, zählt neben seiner „Reise um die Welt“ zu seinen berühmtesten Werken. Er selbst hatte bei einer ähnlichen Unternehmung seinen Mantelsack und sämtliche Kleidungsstücke verloren, so dass ihn Fouqué spöttisch fragte, ob er nicht auch seines Schattens verlustig geworden sei. Und er lieh sich bei Lafontaine den Gesellen, der alles aus seiner Tasche zieht.


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