Literatur

Peter Rabl: Der Unwohlfahrtsstaat


Der österreichische Wohlfahrtsstaat kostet immer mehr, aber seine Leistungen nehmen seit Jahren kontinuierlich ab. In den kommenden 20 Jahren steht unser System vor einer nahezu unlösbaren Herausforderung: Der Staat steht unter starkem Druck, seine Ausgaben zu senken, gleichzeitig erreichen mit der Babyboom-Generation Hunderttausende Menschen mehr als im Schnitt vergangener Jahrzehnte das Pensionsalter - kombiniert mit wachsender Lebenserwartung. Gleichzeitig sinkt durch geburtenschwache Jahrgänge die Zahl der Erwerbsfähigen, und selbst für diese sind die Aussichten auf Jobs durch die rasante Veränderung der Arbeitswelt und angesichts schwachen Wirtschaftswachstums eher düster. Die digitale Revolution macht viel mehr Arbeitsplätze überflüssig, als sie neue schafft. Massen­haft prekäre Arbeitsverhältnisse statt Fulltime-Jobs reduzieren die Beitragsleistungen für den Sozialstaat und damit gleichzeitig die Pensionen der jetzt Aktiven. Altersarmut wird, vor allem für Frauen, zur realen Bedrohung.

Die vorwiegend auf den nächsten Wahltermin fixierte Politik verdrängt die Probleme der kommenden zwei dramatischen Jahrzehnte für Millionen direkt betroffene oder bedrohte Bürger. Durch „Schönreden statt Probleme lösen“ droht uns ein Un-Wohlfahrtsstaat.
Dabei kann aber noch viel getan werden für den Erhalt eines einigermaßen leistungsfähigen Wohlfahrtsstaates: Wenn man nur will.


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