Literatur

Peter Pessl: Wiesenrom! Wiesenmein!


Die Stadt Rom und deren Umland durchstreifend, kreiert ein schreibendes und zeichnendes Ich eine flackernde Eigenwelt aus Beobachtungen, Reflexionen und Gesichten. Antikes und Heutiges fügen sich zu einem Bilder- und Geschichtenraum, der alles Seiende und Gewesene der Urbs aeterna in Zeitgleichheit in sich zu versammeln vermag: Insignien einstmaliger imperialer Macht ebenso wie bunte Bildschirmbilder aktueller Menschenvernichtung, bukolische Idylle gleich wie die Papierlosen und „Illegalen“ der Jetzt-Zeit, mit denen der Erzähler das Fest der Mutter Kybele feiern will. In Zwiesprache mit sich oder seinen Begleiterinnen, mit Mark Aurel oder Pasolini entwickelt der Autor eine „hyper-realistische“ Poetik, welche die Zersplitterung, Formlosigkeit und Flüchtigkeit der Phänomene ins Recht setzt. In einer imposanten Sprache choreographiert Peter Pessl jenen Prozess frühlinghaften Werdens und Wiedererstehens, den sein Journal thematisch umkreist. Ein Fest konzentriert entfesselter Sprachkunst.

Lesung:
Peter Pessl: «Wiesenrom! Wiesenmein!»
Sounds:
Michael Fischer
Einleitung:
Paul Pechmann


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