Vortrag · Diverses · Theater

Peter Huemer im Gespräch mit Sophie Freud


Im Gespräch mit Peter Huemer erinnert sich die 90jährige Sophie Freud an ihre Kindheit in Wien, an Flucht und Neubeginn in den USA. Sie spricht über ihr Leben als Wissenschaftlerin, als dreifache Mutter – und als Mitglied der Familie Freud.

Sophie Freud, Enkelin Sigmund Freuds, war gerade 14, als sie nach der nationalsozialistischen Machtergreifung 1938 Wien verlassen musste. Sie ging nicht mit dem Großvater nach London, sondern mit ihrer Mutter nach Paris, musste weiterflüchten, landete schließlich in Casablanca, und wartete dort (genau wie im Film) auf die Schiffspassage nach Lissabon, von wo sie Ende 1942 gemeinsam mit ihrer Mutter in die USA gelangte, wo sie nahe Boston auch heute lebt.

Psychoanalytiker haben mit dieser Freud-Enkelin keine Freude, weil sie als Sozialwissenschaftlerin die traditionelle Psychoanalyse für veraltet und für „narzisstischen Luxus“ hält. Und das berühmte Sofa in Großvaters Praxis mochte sie schon als Kind nicht.

Sie selber arbeitete nach dem College zunächst als Sozialarbeiterin. Nach Studium und Promotion lehrte Prof. Freud als Psychologin und Sozialpädagogin an der School of Social Work in Boston und begann gegen Ende ihrer Lehrtätigkeit, Bücher zu schreiben: „ Meine drei Mütter und andere Leidenschaften“ und „Im Schatten der Familie Freud“. Eine für sie besonders wichtige Beziehung entwickelte Sophie in späteren Jahren zu Anna Freud in London. Sie schreibt darüber: „Ich brauchte Tante Annas Segen, bevor ich einen berechtigten Anspruch auf das Familienvermächtnis erheben konnte, das ich im Stich gelassen hatte und dem ich im Grunde treu geblieben war.“


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