Vortrag · Ausstellung: Wissen

Peter Huemer im Gespräch mit Paul Chaim Eisenberg


Paul Chaim Eisenberg, geboren 1950 in Wien, stammt aus einer Rabbinerfamilie, absolvierte sein Rabbinatsstudium in Jerusalem und war noch ziemlich jung, als er 1983 nach dem Tod seines Vaters Oberrabbiner von Wien wurde und 1988 Oberrabbiner des Bundesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden Österreichs.

Was bedeutet es, Oberrabbiner zu sein in einer Stadt mit einer so massiven christlich-rassistischen antisemitischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht? Hat der Oberrabbiner diesbezüglich in seiner Lebenszeit eine Verbesserung erlebt oder ist es eher ein Auf und Ab, mal besser, mal schlechter? Wie sehr hat sich das Verhältnis zum Christentum entspannt seit dem Konzilstext „Nostra Aetate“ 1965 und seit der Bitte um Vergebung durch Papst Johannes Paul II. im Jahr 2000, die auch an das jüdische Volk gerichtet war? Und gibt es weiterführende Kontakte zur Islamischen Glaubensgemeinschaft in Wien?

Was heißt es, Jude in Wien zu sein? Und wer ist überhaupt Jude – auf Grund welcher Kriterien? Ist das eindeutig? Gibt es Judentum außerhalb der Kultusgemeinde? Die christlichen Kirchen in Europa sind von einem wachsenden Laizismus bedroht – ist das Judentum davon auch betroffen? Die christlichen Kirchen, heute vor allem die Sekten, entwickeln starken Missionseifer und haben das immer getan – warum das Judentum nicht?

Über das und vieles andere spricht Peter Huemer mit Paul Chaim Eisenberg.


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