Kunstausstellung

Peter Fischli


Kunsthaus Bregenz

6900 Bregenz, Karl-Tizian-Platz

So., 20.09.2020 - So., 29.11.2020

Mo: Geschlossen
Di: 10:00 - 18:00 Uhr
Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
Do: 10:00 - 20:00 Uhr
Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
So: 10:00 - 18:00 Uhr

Verwirrspiel mit der Identität eines Ortes - Peter Fischli beginnt mit einer paradoxen Intervention:

Normalerweise befinden sich in der Eingangshalle des KUB schwarze Möbel. Über die eleganten Flächen, die Peter Zumthor aus kostbarem Vogelaugenahorn entworfen hat, setzt Fischli für seine Einzelausstellung im Kunsthaus Bregenz einen Verbau aus weiß getünchtem Pressspan. »Es ist ein Um-Bau im wortwörtlichen Sinn«, kommentiert Fischli. Das Interieur der Lobby wird überzeichnet, das Besondere durch das Billige verkehrt.

In allen Geschossen hängen Boxen an den Wänden. Sie enthalten ein von Fischli gestaltetes Faltblatt. Üblicherweise sind diese Halterungen aus Holz oder Kunststoff gefertigt. Doch Fischli gießt sie in Bronze. Abermals provoziert er eine Umkehr der Hierarchie — allerdings in entgegengesetzter Richtung. Die Dinge werden aufgewertet: vom Ausstellungsbehelf zum aufwendigen Einzelstück und Kunstwerk. Die Einladungskarte zeigt eine Abbildung des Solomon R. Guggenheim Museums in Bilbao. Die Illustration ist von dürftiger Qualität, offenkundig aus dem Internet geladen und vorgeblich ungeschickt an den oberen Bildrand gesetzt. Darüber steht »BREGENZ«, so als habe jemand Bregenz mit Bilbao verwechselt. Dazu kommt der Aspekt des Verkaufswerts. Zunehmend sind Kultur-institute auch Teil des Stadtmarketings: Die Vorstellung, Darstellung und Herstellung des so genannten »Alleinstellungsmerkmals« eines Ortes sowie seine Dekonstruktion kommen so zur Sprache. Das Plakat zur Ausstellung betreibt ein ähnliches Verwirrspiel mit der Identität eines Ortes.

Peter Fischli (geb. 1952 in Zürich, Schweiz). Zusammen mit seinem 2012 verstorbenen Partner David Weiss entstanden von 1979 an Arbeiten, die zu den Meisterwerken des 20. Jahrhunderts gehören. Das Künstlerduo vertrat die Schweiz bei der Biennale Venedig 1995 und erhielt 2003 den Goldenen Löwen für seinen Beitrag Questions (1981–2002). Zudem nahmen Fischli/Weiss an der documenta 8 (1987) und der documenta X (1997) teil. Es folgten Retrospektiven in Minneapolis, San Francisco, Philadelphia, Boston, London, Zürich und Hamburg. 2016 präsentierte das Guggenheim Museum mit Peter Fischli David Weiss: How to Work Better die dritte Retrospektive der beiden Künstler, die auch im Museo Jumex in Mexiko-Stadt gezeigt wurde. Peter Fischli lebt und arbeitet in Zürich, seine jüngsten Projekte umfassen Ausstellungen in Aspen, Colorado, im Museum of Modern Art in New York, bei Reena Spaulings Fine Art in Los Angeles und New York sowie im House of Gaga, Mexiko-Stadt.