Pop / Rock

Pere Ubu


Zwei, drei Jahre lang zwischen Punk und dem Synthi-Zeitalter schien in der Musik alles möglich. Kaum eine Band nützte diesen Freiraum mit mehr Gusto als Pere Ubu aus Cleveland, Ohio. Zwischen Musique Concrète, Punk, The Stooges, furzenden Analog-Synthis und David Thomas' hupender Nebelhorn-Stimme kreierten sie das musikalische Pendant zu Eraserhead. Und heute, sechsunddreissig Jahre nach dem Debüt «Modern Dance», klingt die Band noch kein bisschen verbraucht. «Carnival Of Souls» ist ihr achtzehntes Album. Als Ausgangspunkt dienten die Stücke, die man für eine Live-Begleitung des gleichnamigen Kinofilmes in London komponiert hatte. Gearbeitet wurde daran unter extremen Umständen im Laufe der gestressten Tournee, die das letzte Album «Lady From Shanghai» begleitete. Zu den fiependen Synthesizern gesellt sich diesmal eine Reihe von Holzblasinstrumenten. Dadurch wirkt das eh schon eigenwillige Klangbild einerseits wärmer, anderseits noch spukhafter. Produziert von David Thomas, ist «Carnival Of Souls» eines der facettenreichsten Ubu-Alben überhaupt. Nie käme man auf die Idee, die da und dort an Krimi-Sounds erinnernden Klänge oder gar die altmodischen Synthis als Gimmick aufzufassen. Dazu ist die narkotische Intensität dieser druckvollen, aber auch lyrischen Musik zu verwirrend und zu schön.


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