Pop / Rock · Jazz · Diverse Musik

Paul Weller | Ernst Molden


Der 1958 in Woking/Surrey geborene Paul Weller startete rasant in sein musikalisches Leben. Mit seinem Powerpop-Trio The Jam wurde er binnen weniger Jahre zum „Godfather Of Mod“. Auf unnachahmliche Weise verbanden sie Elemente der frühen The Kinks und The Who mit der Energie des Punk.

Mit Songs wie „Going Underground“ und „Town Called Malice“ erreichten sie die Nummer 1 der britischen Charts. Auch „The Gift“, ihr letztes Album von 1982 konnte die Topposition entern. 1983 formierte Weller gemeinsam mit Keyboarder Mick Talbot die The Style Council, eine Band, mit der er musikalisch weit ausholte. Soul, Jazz, ja sogar House standen auf der Agenda. Die Band war stets scharf gestylt, legte aber gleichzeitig Wert auf politische Linkslastigkeit.

Das famose Debütalbum „Café Bleu“ (1984) und der Nachfolger „Our Favourite Shop“ (1985) gelten heute als Klassiker. Auch das 1989 eingespielte, aber erst 1998 veröffentlichte House-Album „Modernism: A New Decade“ ist ein Meisterwerk. 1992 erschien Paul Wellers erstes, leicht psychedelisch eingefärbtes Soloalbum. Es folgen wilde und sanfte Liedersammlungen, ein Album mit bestrickenden Covers von Neil Young, Traffic und Gil Scott-Heron.

Seine schönste Veröffentlichung ist das sensitive, akustische „Days Of Speed“. Mit seinen rüden Manifesten „Stanley Road“ (1995) und „22 Dreams“ (2008) bewies er, dass er nach wie vor weiß, wo der Hammer hängt. 2010 versuchte er die politische Lethargie der jungen Generation mit „Wake Up The Nation“ zu brechen.

Im Frühjahr steht die Veröffentlichung seines 12. Soloalbums „Saturns Pattern“ an. Der Mann erfreut sich immer noch großer Frische. Für sein im Sommer anstehendes Debüt auf der Bühne der Wiener Staatsoper kann angenommen werden, dass die aus den Boxen wehenden Winde, den Taft aus den Haarnestern der zu erwartenden, zahlreichen Mods verwehen werden.

Ernst Molden, Jahrgang 1967, war schon ein Künstler, als er noch lange kein Werk geschaffen hatte. Heute ahnt niemand mehr, dass er einst als Dandy mit Spazierstock durch die Innenstadt wandelte. Dass er irgendwann einmal zu schreiben begann, war wenig verwunderlich, schließlich war sein Vater, der große, österreichische Verleger Fritz Molden.

Als sich sein Flirt mit der Musik anbahnte, hielten das nur wenige für eine gute Idee. In den Spuren eines André Heller machte er sich zunächst am hochsprachlichen Kunstlied zu schaffen. Das misslang erstmal. Molden ging tapfer durch eine Schule des Scheiterns.

Als man schon nicht mehr daran glauben wollte, fügte sich mit den gleichzeitig veröffentlichten Alben „Wien“ und „Foan“ 2008 plötzlich alles ideal. Molden traute sich endlich Dialekt singen, vor allem aber hatte er plötzlich eine Entspanntheit und Soulfulness die hierzulande ihresgleichen sucht.

Wesentlich zur Lockerheit hat die richtige Auswahl an Mitspielern gesorgt. Gitarrist Hannes Wirth zählt zu den Eckpfeilern von Moldens filigraner Ästhetik. Und natürlich auch der empfindsame Knöpferlharmonikaspieler Walther Soyka, den Molden gerne als „Jimi Hendrix des chromatischen Akkordeons“ preist. Die beiden umranken Moldens raue Stimmführung mit zärtlichen Tönen, die zuweilen aber auch unerbittlich sein können, wie die Schlingpflanzen in der Oberen Alten Donau.

Mit dem Album „Ho Rugg“ schaffte Molden sein bisheriges Opus magnum. Das funktioniert auch auf der Agora: Platz 6 in den heimischen Charts. Derzeit ist er mit dem gemeinsam mit Der Nino aus Wien aufgenommenen „Unser Österrreich“ in aller Munde.

line up:
Ernst Molden (Stimme, Gitarre)
Walther Soyka (Akkordeon)
Hannes Wirth (Stimme, Gitarre)


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