Jazz

Patti Austin


Ella Fitzgerald, die dieses Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, war die mit Abstand eindrucksvollste Jazzsängerin des 20. Jahrhunderts wenn es um Happy-Go-Lucky-Lieder mit reichlich Scat-Anteil ging. Und doch hat sie auch den Balladen höchst würdige Behandlung angedeihen lassen. An letztere hat sich Patti Austin in ihrer überaus ehrenvollen Hommage „For Ella“ größtenteils gehalten. Gut abgehangene Dramen wie „Too Close To Comfort“ und „The Man I Love“ zelebriert sie mit exakt jenem Timbre, das man von einer durch viele Feuer gegangenen Sängerin erwartet.
Patti Austin wurde 1950 in New York geboren. Ihre Patentante war die große Dinah Washington und so fiel Austin schon als Vierjährige dem Produzenten Quincy Jones auf. Als Kind schon trat sie im Apollo Theater in Harlem auf, als Teenager sang sie Background für Granden wie Burt Bacharach, Sammy Davis Jr. und Roberta Flack.
1977 nahm sie ihr famoses Debütalbum „Havana Candy“ für das Qualitätslabel CTI auf. Es war der Startschuss zu einer elegant zwischen Jazz und R&B mäandernden Karriere. Mit dem gemeinsam mit James Ingram gesungenen „Baby, Come To Me“ erreichte Austin 1983 sogar die Spitze der US-Charts. Auch die Lieder, die sie für Quincy-Jones-Soloplatten wie „The Dude“ einsang, wurden Hits. Duette mit George Benson und Michael Jackson folgten.
Ihr jüngstes Album trug den Titel „Sound Advice“, obwohl ihr nie jemand Ratschläge geben musste. Quincy Jones sagte stets zu ihr: „Do that Voodoo that you do so well“. Ein Glückskind ist sie nicht nur hinsichtlich ihrer musikalischen Begabung. Knapp entging sie dem Giftgasanschlag in der U-Bahn in Tokyo. Zudem war sie auf einer jener Maschinen gebucht, die Terroristen zu 9/11 zum Absturz brachten. Ein sechster Sinn hielt sie vom Einsteigen ab. Glück? „It was just another day in Patti-Land“…


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