Klassik

Patricia Kopatchinskaja, Violine, musicAeterna Choir - Dies irae



Dieses Programm umkreist die Betroffenheit musikalisch, unter anderem mit dem Dies irae: seit der Gregorianik bis hin zu Galina Ustwolskaja jener Ausdruck des endzeitlichen Zorn Gottes, der sich im Jüngsten Gericht entlädt. Und vor allem stellt es die Frage, wieviel Zeit uns noch bleibt.

Wieviel Zeit bleibt uns noch? — Die Klimaerwärmung führt zur Selbstverbrennung des Planeten, das sagt die Wissenschaft. Bisherige Gegenmaßnahmen sind nicht mehr als ein Alibi.

Programm
GIACINTO SCELSI
Okanagon für Harfe, Kontrabass und Tamtam
HEINRICH IGNAZ FRANZ BIBER
Battalia à 10 für Streichinstrumente und Basso continuo
GEORGE CRUMB
Black Angels — Thirteen Images from the Dark Land
für elektronisch verstärktes Streichquartett
(Ausgewählte Sätze)
ANTONIO LOTTI
Crucifixus à 10
JOHN DOWLAND
„Lachrimae antiquae novae“ aus Lachrimae, or Seaven Teares
GALINA USTWOLSKAJA
Komposition Nr. 2 „Dies irae“
für acht Kontrabässe, Holzwürfel und Klavier
GREGORIANISCHER HYMNUS
Dies irae

Interpreten
Meesun Hong Coleman Violine
Marko Milenković Viola
Thomas Kaufmann Violoncello
Anthony Romaniuk Klavier/Cembalo
und andere
musicAeterna Choir
Vitaly Polonsky Choreinstudierung
Markus Güdel Licht
Patricia Kopatchinskaja Violine/Idee und Künstlerische Leitung

Patricia Kopatchinskaja
Die Vielseitigkeit der Violinistin Patricia Kopatchinskaja zeigt sich in ihrem Repertoire, das von Werken des Barock und der Klassik, oft auf Darmsaiten gespielt, bis zu Auftragswerken und Interpretationen moderner Meisterwerke reicht.

Zu Patricia Kopatchinskajas Höhepunkten der Saison 2019/20 zählten die Uraufführungen eines neuen Duos von Martón Illés im Rahmen einer USA-Tournee mit dem Cellisten Jay Campbell sowie des Violinkonzerts von Francisco Coll mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter Gustavo Gimeno.

Ihre Projekte für die Spielzeit 2020/21 umfassen Residenzen an der Alten Oper Frankfurt, an der Hamburger Elbphilharmonie, beim SWR Symphonieorchester sowie bei den Bamberger Symphonikern, wo sie ein neues Konzert von Luca Francesconi zur Uraufführung bringen wird. Am Londoner Southbank Centre ist sie bis zum Ende der Saison 2021/22 eine von drei neuen Associate Artists.

Einer ihrer Schwerpunkte liegt auf inszenierten Konzerten: 2016 gestaltete sie in Hamburg die Konzertperformance Bye Bye Beethoven mit dem Mahler Chamber Orchestra und beim Lucerne Festival 2017 thematisierte sie die Umweltkrise im Projekt Dies Irae. Ihre auch für eine CD-Veröffentlichung vorgesehene Fassung von Pierrot lunaire wird sie während der Spielzeit 2020/21 auf einer Europa-Tournee präsentieren. Die Einspielung ihres Vivaldi-Projekts mit Il Giardino Armonico, das neue Werke lebender Komponisten enthält, erschien im Sommer 2020.

Kammermusik liegt Patricia Kopatchinskaja besonders am Herzen. Sie arbeitet regelmäßig mit Künstlerinnen und Künstlern wie Markus Hinterhäuser, Polina Leschenko, Sol Gabetta, Anthony Romaniuk und Jay Campbell zusammen und tritt in den bedeutenden Konzerthäusern wie der Londoner Wigmore Hall, dem Wiener Konzerthaus, dem Konzerthaus Berlin und dem Concertgebouw Amsterdam auf.

Patricia Kopatchinskaja hat zahlreiche Aufnahmen vorgelegt. Eine ihrer jüngsten Einspielungen, Time and Eternity mit der Camerata Bern, wurde im Herbst 2019 veröffentlicht. Ihr Album Death and the Maiden aus dem Jahr 2016 bei Alpha Classics entstand gemeinsam mit dem Saint Paul Chamber Orchestra und gewann 2018 einen Grammy Award. Im selben Jahr veröffentlichte Alpha Classics ihre CD Deux mit Werken von Ravel, Poulenc und Bartók, die sie mit Polina Leschenko eingespielt hat.

In Moldawien geboren, studierte Patricia Kopatchinskaja zunächst Violine in ihrer Heimat, dann in Wien und schließlich von 1998 bis 2000 in Bern bei Igor Ozim. Sie ist humanitäre Botschafterin für das Schweizer Kinderhilfswerk Terre des Hommes. 2017 wurde sie vom Schweizer Bundesamt für Kultur mit dem Schweizer Grand Prix Musik ausgezeichnet.