Vortrag

Palmyra geht uns alle an! Ein Krieg zerstört uraltes UNESCO-Weltkulturerbe


Hunderttausende sind Opfer des Bürgerkrieges in Syrien, Millionen sind auf der Flucht. Uraltes Kulturland, das von den frühen Hochkulturen des Alten Orients über die blühenden Städte der Römerzeit bis zu den Kreuzfahrern und den islamischen Dynastien reicht wird brutal zerstört oder geplündert. Prof. Schmidt-Colinet stellt diese reiche Kulturlandschaft Syriens exemplarisch vor und zeigt anhand von aktuellen Bildern und Zahlen die katastrophalen Folgen des Krieges sowohl für die Menschen, als auch was den systematischen Raub und die unwiederbringliche Zerstörung von Kulturgut betrifft auf.

Der Schutz unseres gemeinsamen kulturellen Erbes ist ein zentrales Anliegen von ICOM. Jeden Tag werden irgendwo auf der Welt Kulturgüter gestohlen oder geplündert, um auf dem illegalen Kunstmarkt verkauft zu werden. Dadurch werden weltweit Kulturstätten von unschätzbarem Wert für die Menschheit beschädigt oder zerstört. Nicht zuletzt finanzieren sich auch Terrororganisationen wie die IS zu einem bedeutenden Teil aus diesen Erlösen. ICOM hat sich daher mit verschiedenen internationalen Organisationen zur Plattform „ICOM International Observatory on Illicit Traffic in Cultural Goods“ zusammen geschlossen, um gemeinsam effektive Instrumente zu entwickeln, um den illegalen Handel mit Kulturgütern zu bekämpfen. Gleichzeitig veröffentlicht ICOM laufend aktualisierte Listen - “Emergency Red Lists of Cultural Objects at Risk” - der besonders betroffenen Länder, wie zurzeit Syrien und Irak.

Prof. Dr. Andreas SCHMIDT-COLINET
Der Archäologe Andreas Schmidt-Colinet hat 30 Jahre lang im syrischen UNESCO-Welterbe Palmyra geforscht und leitete von 1980 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs 2010 verschiedene wissenschaftliche Forschungsprojekte in Palmyra.

Andreas Schmidt-Colinet studierte von 1967 bis 1974 Klassische Archäologie, Ur- und Frühgeschichte sowie Alte Geschichte. 1974 promovierte er in Köln im Fach Klassische Archäologie bei Heinz Kähler über Antike Stützfiguren. Von 1975 bis 1980 war Schmidt-Colinet als Assistent an der Universität Frankfurt tätig. 1975/76 hatte er das Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts. Von 1980 bis 1984 war er wissenschaftlicher Referent bei der Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts in Damaskus. Ab 1981 übernahm er die Leitung des Palmyraprojekts. Von 1984 bis 1992 arbeitete er als Oberassistent an der Universität Bern. Im Jahr 1990 erfolgte die Habilitation mit dem Beitrag Studien zur Palmyrenischen Grabarchitektur und ihrer Ausstattung. In den Jahren 1992 bis 1996 hatte Schmidt-Colinet Gastprofessuren in Wien, Paris, Besançon, Warschau, Mainz und Neuchâtel inne. Von 2000 bis 2010 lehrte er als Professor für Klassische Archäologie an der Universität Wien.

Schmidt-Colinet ist Verfasser zahlreicher Publikationen, zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die hellenistisch-römische Kunst und Architektur im Vorderen Orient, die Nabatäische Felsarchitektur und die Grabungen und Forschungen in Palmyra. ist u.a. Mitglied der Mommsen-Gesellschaft (seit 1990), korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts (seit 1993) und korrespondierendes Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts (seit 1998).


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