Kunstausstellung · Tanz · Klassik

Osterfestival Tirol 2014


Mit „spiel T räumen“ wurde das 26. OSTERFESTIVAL TIROL unter ein offenes und assoziationsreiches Motto gestellt. Neben dem Spiel – wobei der erste Gedanke, der kindliche Aspekt, kaum einbezogen ist – wird das Träumen, der Raum sowie das Gefühl des Ausgeliefertseins als Spielball zwischen Wirtschaft und Politik, zwischen Profitsteigerung und dem scheinbar überflüssig werdenden Menschen betrachtet.

Thematisiert wird unter anderem der physische und psycho-akustische Raum, den zeitgenössische Komponisten wie Dieter Schnebel und Georg Friedrich Haas erkundet haben. Quatuor Diotima spielt u.a. Dieter Schnebels 1. Streichquartett „Im Raum“, szenische Musik mit genauer Choreographie, in der Klang als Bewegung – auf der Bühne und um das Publikum herum – im Saal entsteht. Georg Friedrich Haas‘ 3. Streichquartett „In iij. Noct.“ lässt den Zuhörenden in das Innere seiner Selbst und der Musik hineinfühlen, in dem das Werk in kompletter Dunkelheit gespielt wird. In einen für Europäer zeitlich unbegrenzten Raum entführen der indische Dhrupad-Meister Ritwik Sanyal und sein Ensemble.

Selten gehörte Musik interpretiert neben dem jungen israelisch-schweizerischen Ensemble Profeti della Quinta (die Psalm-Vertonungen des „Mantovano Hebreo“, Salomone Rossi) auch das für seine Arbeit in der Alten Musik bekannte Ensemble Il Fondamento unter der Leitung von Paul Dombrecht. Im 300. Geburtsjahr des Bach-Sohns Carl Philipp Emanuel führen die belgischen Musiker seine rekonstruierte Lukaspassion H 788 als einziges Gastspiel in Österreich auf.

Die zwei japanischen Künstlerinnen Aki Takase und Yui Kawaguchi beschäftigen sich seit mehreren Jahren spielerisch mit dem urbanen Raum. Innerhalb des Festivals stellen sie ihr neues und fünftes Stück dieser Serie, Cadenza, als Österreichpremiere vor. Boris Charmatz, einer der grossen Choreographen Europas, widmet sich in seinem Stück enfant der Loslösung vom Kindsein hin zum Erwachsenwerden: Maschinen, Kräne, Erwachsene und Kinder verbindet er im spielerischen Miteinander. In eine Welt tiefer Emotionen und visueller Illusionen – einem Traum gleich – führt das Ballet National de Marseille mit einer Choreographie von Olivier Dubois. Der bereits in die Geschichte eingegangene Choreograph Wim Vandekeybus spielt mit der Intensität von Momenten, in denen der Tänzer keine Wahl hat und geht mit Humor an deren Grenzen.

Die Wahrhaftigkeit in der Musik ist an mehreren Abenden u.a. mit Werken von J.S. Bach, Béla Bartók, Dimitri Schostakowitsch, Arthur Honegger und Arnold Schönberg zu erleben, verwirklicht von den wunderbaren Interpreten Markus Hinterhäuser und Patricia Kopatchinskaja, Michael Schöch und Oswald Sallaberger, sowie dem jungen Geiger Sergey Malov. Die uralten Gesänge des gregorianischen Chorals am Karfreitag und Karsamstag schenken uns Kraft und Stille des Glaubens.

Mit dem Jetzt, unserer aktuellen Zeit des Spätkapitalismus, beschäftigt sich im Montagsfrühstück Ilija Trojanow. Weitere Gedanken kommen von Heiner Goebbels‘ Performance für vier Klaviere ohne Performer Stifters Dinge, bei uns zu sehen als Filmvorführung. Zusatzimpulse werden unter dem Programmpunkt .daneben gesetzt.


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