Oper

Orpheus in der Oberwelt: Eine Schlepperoper


Frontex und Stacheldraht: Europa macht dicht. Aus Angst, etwas abgeben zu müssen. Die Grenzen von andcompany&Co. hingegen sind offen – das internationale Kollektiv von Künstlern unterschiedlichster Disziplinen ist weltweit aktiv, ihre Themen politisch brisant. Oftmals in historischer Bezugnahme formulieren sie Kritik an aktuellen Missständen.

„Orpheus in der Oberwelt: Eine Schlepperoper“ handelt von jenem Grenzfluss im Osten Europas, den die Griechen Evros und die Türken Meric nennen. Unzählige Tote sind in der jüngsten Vergangenheit an seine Ufer geschwemmt und in einem „Friedhof der illegalen Einwanderer“ begraben worden – meterhohe Zäune und Minenfelder schotten diese Außengrenze Europas ab.

Der griechischen Mythologie zufolge trieb ebendort einst der Kopf des Orpheus – die erzürnte Gefolgschaft des Dionysos hatte ihn von seinem Leib gerissen, nachdem er der Unterwelt entstiegen war.

Nun kehrt Orpheus wieder dorthin zurück, wird zum glücklosen Schlepper, denn der Weg nach Europa führt ins Totenreich. Inspiriert von Monteverdis Oper „L’Orfeo“ aus dem Jahr 1607 verschmelzen andcompany&Co. nicht nur Mythologie und Musik, sondern auch dokumentarisches Material und namenlose Schicksale zu einer neuen, alten Geschichte: Ein Mythos prallt auf die Realität – der zerrissene Leib des Orpheus auf die anonymen Toten an Europas Grenzwall.

Österreichische Erstaufführung

In deutscher und englischer Sprache

Talk nach der Vorstellung am Sa 18/10

Von und mit Irida Baglanea, Bora Balci, Knut Berger, Georg A. Bochow, Susanne Fröhlich, Simon Lenski, Claudia Splitt, Sascha Sulimma, Komi Mizrajim Togbonou, Reinier van Houdt & Co.
Text Alexander Karschnia & Co.
Künstlerische Leitung Alexander Karschnia, Nicola Nord & Sascha Sulimma
Bühne und Kostüme Jan Brokof & João Loureiro
Masken João Loureiro
Licht Gregor Knüppel


Vergangene Termine