Klassik

ORF Radio Symphonieorchester Wien


Stadthalle Wels

4600 Wels

Mi., 27.05.2020

19:30
Corona-Virus: Veranstaltungen sind bis inkl. 13. April untersagt. Bei Fragen zu bereits gekauften Tickets wenden Sie sich bitte direkt an das Veranstaltungshaus.

Dirigentin Marin Alsop

Programm:
Leonard Bernstein (1918-1990) Three Dance Episodes aus „On the Town“
Heinz Karl Gruber (*1943) „Frankenstein“ Ein Pandämonium für Chansonnier und Ensemble nach Kinderreimen von H.C. Artmann
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Sinfonie Nr. 4 in A-Dur op. 90 „Italienische“

„Es wird das lustigste Stück, das ich gemacht“ schreibt Felix Mendelssohn Bartholdy am 22. Februar 1831 aus Italien an seinen Vater, der ihn zu dieser Reise ermutigt hatte. Der Vater finanzierte auch zwei Jahre zuvor die Fahrt seines Sohnes nach Schottland, weil er von der Nützlichkeit des Reisens überzeugt war. Das musikalische Ergebnis dieses Auslandsaufenthaltes ist in der 3. Sinfonie mit dem Beinamen Schottische zu hören.
„Wenn Du auch nicht nach dem Datum des Briefes siehst, so musst Du es dem Tone anmerken, dass ich in Neapel bin“, schreibt Felix Mendelsohn Bartholdy, der mit seinen 5.855 bekannten Briefen neben Mozart wohl zu den fleißigsten Briefeschreibern der Musikgeschichte zählt, glücklich an seine Schwester Rebecka. Dieser „Ton“ wird in seiner 4. Sinfonie mit dem Beinamen Italienische hörbar – und damit verwandelt die Hand des Komponisten den geographischen Raum in einen Klangraum. Es ist spannend zu lesen, wie sehr der Komponist bei seinem Italien-Aufenthalt zwischen Faszination und Verwunderung hin- und hergerissen scheint: „Man kann in keinem Traum eine schönere Gegend sehen als die zwischen hier und Florenz; und Florenz selbst […], dann wieder Rom, das doch das Größte von Allem ist und bleibt – man wird nicht fertig, wenn man erst anfängt. Es ist ein unvergessliches Land.“ In diesem Brief aus Genua an Henriette von Pereira-Anstein findet sich aber auch Mendelssohn Bartholdys kritischer Kommentar zur aktuellen Situation des einst führenden Musiklandes Italien: „Die guten italienischen Sänger muss man jetzt in Paris oder London suchen; die schlechten sind überall gleich, […] Die Orchester sind lächerlich, Kirchenmusik gibt es nicht, und was man vom allgemeinen Musiksinn erzählt, ist eine Fabel, denn was das Volk be- treibt, so hört man nirgends so grässliche, rohe, falsche Stimmen, nirgends solch unmelodisches, unzusammenhängendes Geschrei, wie hier auf den Straßen, auf dem Meer etc.“
Eröffnet wird dieses Konzert von einem Werk aus der Feder Leonard Bernsteins. Bernstein lässt uns am unverkennbaren Klangraum New York teilhaben, beschreibt dieses Werk doch einen 24stündigen Landurlaub dreier Matrosen in dieser einzigartigen Stadt. Die letzte der drei Tanzepisoden trägt den Titel „Times Square“ und man vermeint sich beim Anhören augenblicklich mitten in New York...

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien ist ein weltweit anerkanntes Spitzenorchester, das sich der Wiener Tradition des Orchesterspiels verbunden fühlt. Im September 2019 übernimmt Marin Alsop die Position der Chefdirigentin. Das RSO Wien ist bekannt für seine außergewöhnliche und mutige Programmgestaltung: Häufig werden das klassisch-romantische Repertoire und Werke der klassischen Moderne mit zeitgenössischen Stücken und selten aufgeführten Werken anderer Epochen verknüpft.
Die meisten Aufführungen werden im Rundfunk übertragen – insbesondere im Sender Österreich 1, aber auch im Ausland. Zudem kann man die Konzerte des Orchesters eine Woche lang nach der Ausstrahlung weltweit online nachhören. Durch eine wachsende Präsenz im Fernsehen und eine Kooperation mit dem Jugendsender FM4 erreicht das RSO Wien kontinuierlich neue Musikliebhaber/innen. Rund 700 Fans unterstützen den Verein „Freund/in des RSO“.

In Wien spielt das RSO Wien zwei Abonnementzyklen im Musikverein und Konzerthaus. Darüber hinaus tritt das Orchester alljährlich bei großen Festivals im In- und Ausland auf: Enge Bindungen bestehen zu den Salzburger Festspielen, zum musikprotokoll im steirischen herbst und zu Wien Modern. Tourneen führen das RSO Wien regelmäßig nach Japan und China, aber auch nach Thailand, Taiwan, USA, Südamerika, Spanien und nach Deutschland unter anderem in die Berliner, Kölner und Essener Philharmonie sowie in die Elbphilharmonie Hamburg. Seit 2007 hat sich das RSO Wien durch seine kontinuierlich erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Theater an der Wien als Opernorchester etabliert. Aber auch im Genre der Filmmusik ist das Orchester heimisch: Alljährlich dirigieren Komponisten, die mit dem Oscar für die beste Filmmusik ausgezeichnet wurden, das RSO Wien bei der Gala „Hollywood in Vienna“; 2012 spielte das RSO den Soundtrack zum Film „Die Vermessung der Welt“ ein, 2016 wirkte es aktiv bei zwei Kinofilmen mit: in dem auf der Berlinale preisgekrönten Film „Kater“ von Händl Klaus und in „Die Geträumten“ von Ruth Beckermann.
Zu den Gästen am Dirigentenpult des RSO Wien zählten u. a. Alain Altinoglu, Leonard Bernstein, Ernest Bour, Christoph von Dohnányi, Christoph Eschenbach, Michael Gielen, Mirga Gražinytė-Tyla, Jakub Hrůša, Ingo Metzmacher, Marc Minkowski, Andris Nelsons, Kirill Petrenko, Wolfgang Sawallisch, Giuseppe Sinopoli, Hans Swarowsky, Lorenzo Viotti und Simone Young. Als Komponisten und Dirigenten leiteten u. a. Luciano Berio, Friedrich Cerha, Peter Eötvös, HK Gruber, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Bruno Maderna und Krzysztof Penderecki das Orchester. Internationale Solist/innen treten regelmäßig mit dem RSO Wien auf, unter ihnen Khatia Buniatishvili, Renaud und Gautier Capuçon, Christian Gerhaher, Martin Grubinger, Hilary Hahn, Patricia Kopatchinskaja, Gidon Kremer, Lang Lang, Sabine Meyer, Gabriela Montero, Anna Netrebko, Heinrich Schiff, Daniil Trifonov und Christian Tetzlaff.

Die umfangreiche Aufnahmetätigkeit umfasst Werke aller Genres, darunter viele Ersteinspielungen von Vertretern der klassischen österreichischen Moderne und österreichischen Zeitgenoss/innen. So entstand die CD-Reihe „Neue Musik aus Österreich“ mit Orchesterwerken u. a. von Friedrich Cerha, die Gesamtaufnahme der neun Symphonien von Egon Wellesz, die Orchestermusik von Josef Matthias Hauer und Ersteinspielungen der Musik von Eric Zeisl. Außerdem erschienen zwei CD-Boxen „my RSO I“ und „my RSO II“ mit 24 bzw. 12 CDs. 2018 erhielt das RSO Wien unter der Leitung des damaligen Chefdirigenten Cornelius Meister den renommierten ICMA in der Kategorie „Symphonic Music“ für die dreiteilige CD-Box „Martinů: The Symphonies“. Zudem wurde Cornelius Meister für diese Einspielung als „Dirigent des Jahres“ mit dem Opus Klassik ausgezeichnet.

Das RSO Wien hat ein breit angelegtes Education-Programm ins Leben gerufen. Dazu gehören Workshops für Kinder und Jugendliche sowie die Reihen „Mitten in my RSO“, „my RSO Musiklabor“ und „Klassische Verführung“. Bereits seit 1997 werden jedes Jahr hochbegabte Musiker/innen in die RSO-eigene Orchesterakademie aufgenommen. Regelmäßig spielt das RSO Wien die Abschlusskonzerte der Dirigentenklassen der Musikuniversität Wien.
Das RSO Wien ging 1969 aus dem Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks hervor. Unter seinen Chefdirigenten Milan Horvat, Leif Segerstam, Lothar Zagrosek, Pinchas Steinberg, Dennis Russell Davies, Bertrand de Billy und Cornelius Meister vergrößerte das Orchester kontinuierlich sein Repertoire und sein internationales Renommee.