Klassik

Orchester der Tiroler Festspiele Erl


2014 setzen die Tiroler Festspiele Erl die langjährige Beschäftigung mit dem Werk Anton Bruckners fort und das in wiederum fast zyklischer Form als symphonische Ergänzung zur Nibelungentetralogie. Das »Te Deum« ist das Werk, das Bruckner zu seiner Neunten empfohlen hat, ahnend, dass es kein Finale von seiner Hand geben würde. »Helgoland« ist das letzte vollendete Stück von ihm, nahezu unbekannt und doch – wer würde daran zweifeln – ein Meisterwerk. Beide Werke erklingen im Eröffnungskonzert.

Die Symphonien: Die Siebte, Achte und Neunte sind klanglich schon so vom »Ring« inspiriert, dass Bruckner nicht mehr auf die Wagnertuben verzichten wollte. Es verschmilzt die Kompositionstechnik Palestrinas mit dem Spezifischen des Tubaklangs eines Richard Wagners.

In den letzten drei Symphonien weicht aber schon die kontrapunktische Komplexität einem Ausloten der Tuben als Klangerweiterung, was als Klangidee in dieser Form direkt zu Gustav Mahler führt. Die letzten drei Symphonien sind sicherlich eine einzige Steigerung. Bruckner war ein zielstrebiger »Widmer«. So ist die Siebte noch König Ludwig II. von Bayern gewidmet, die Achte Franz Joseph I., Kaiser von Österreich, die Neunte schließlich widmete Bruckner gleich »dem lieben Gott«. Stellte sich mit der siebten Symphonie der ersehnte Erfolg in der Musikwelt ein, war die Achte schon ein Abheben aus der menschlichen Sphäre, die Neunte schließlich hat die Bodenhaftung gänzlich verloren und weist (nicht nur mit ihrem Uraufführungsjahr 1903) in das 20. Jahrhundert hinein.


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