Film · Theater

Open-Air-Filmretrospektive - Professor Mamlock


Von 23. bis 26. August 2017 werden vor dem Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ab 20:00 Uhr Spielfilme zum Thema "Persönliche Verantwortung von 1933 bis 1945" gezeigt.

"Professor Mamlock"

DDR 1961, Regie: Konrad Wolf

Es ist die Jahreswende 1932/1933. Der Chefarzt einer Klinik in Berlin kann nicht glauben, dass sich mit der Wahl der Nazis die Situation grundlegend verändert hat. Erst als seine Tochter von antisemitischen MitschülerInnen beschimpft aus der Schule gejagt wird, beginnt ein langsames Umdenken. Der Sohn hofft auf den kommunistischen Widerstand, die Freunde schwanken. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Friedrich Wolf, dem Vater von Konrad Wolf. Das Theaterstück wurde 1933 und 1934 in zahlreichen Ländern aufgeführt - aber nicht mehr in Deutschland.

In Zeiten intensiven Gedenkens an die Zeit des Nationalsozialismus und erneuerter Diskussionen um individuelle Schuld und kollektive Verantwortung ist es mehr als notwendig, sich die Geschehnisse der Jahre 1933 und 1938 vor Augen zu führen. Welche Rolle spielten Nationalismus, Rassismus, die Ablehnung alles kulturell Anderen in diesen Jahren? Warum war es für Rechtsextreme und Antisemiten so leicht, Massenzuspruch zu finden? Wie sah es um die Verantwortung des Einzelnen in unserer Gesellschaft aus? Und wie verhielten sich die Menschen 1945, wenn sie selbst über Leben und Tod entscheiden mussten?

Zahlreiche FilmregisseurInnen haben mit großem künstlerischen Engagement derartige Fragen behandelt, Ereignisse und Erinnerungen zu spannenden Spielfilmen geformt. Die Erfahrungen von Überlebenden und Geflohenen, von Ermordeten und Tätern werden in den vier Spielfilmen der Filmretrospektive Mauthausen 2017 zu eindringlichen Bildern. Es geht um Fragen individuellen Entscheidens, etwa des einzelnen Soldaten der Wehrmacht bei den Deportationen der jüdischen Bevölkerung, es geht um die Bedeutung von Kunst und Musik im Kampf um das Überleben und um die Frage, ob Zivilcourage nicht eine ständige Herausforderung ist.

Einführung von Univ.-Prof. Dr. Frank Stern, Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, mit anschließender Diskussion.


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