Film · Theater

Open-Air-Filmretrospektive - Drei Tage im April


Von 23. bis 26. August 2017 werden vor dem Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ab 20:00 Uhr Spielfilme zum Thema "Persönliche Verantwortung von 1933 bis 1945" gezeigt.

"Drei Tage im April"

BRD, Ö 1995, Regie: Oliver Storz

Das Ende des "Dritten Reiches" im April 1945 irgendwo auf dem Land im Süden. Die Bevölkerung eines Dorfes, die zwischen Angst vor dem Ende des NS-Regimes und vor den näher rückenden alliierten Truppen schwankt, sieht sich mit einem Deportationszug konfrontiert, den die SS einfach im Ort stehen lässt. Die im Zug verhungernden und verdurstenden Menschen sind von den Dorfbewohnern nicht mehr zu überhören, doch wie verhalten sich die Frauen und Männer, die nun unmittelbar über das Schicksal der anderen entscheiden müssen?

In Zeiten intensiven Gedenkens an die Zeit des Nationalsozialismus und erneuerter Diskussionen um individuelle Schuld und kollektive Verantwortung ist es mehr als notwendig, sich die Geschehnisse der Jahre 1933 und 1938 vor Augen zu führen. Welche Rolle spielten Nationalismus, Rassismus, die Ablehnung alles kulturell Anderen in diesen Jahren? Warum war es für Rechtsextreme und Antisemiten so leicht, Massenzuspruch zu finden? Wie sah es um die Verantwortung des Einzelnen in unserer Gesellschaft aus? Und wie verhielten sich die Menschen 1945, wenn sie selbst über Leben und Tod entscheiden mussten?

Zahlreiche FilmregisseurInnen haben mit großem künstlerischen Engagement derartige Fragen behandelt, Ereignisse und Erinnerungen zu spannenden Spielfilmen geformt. Die Erfahrungen von Überlebenden und Geflohenen, von Ermordeten und Tätern werden in den vier Spielfilmen der Filmretrospektive Mauthausen 2017 zu eindringlichen Bildern. Es geht um Fragen individuellen Entscheidens, etwa des einzelnen Soldaten der Wehrmacht bei den Deportationen der jüdischen Bevölkerung, es geht um die Bedeutung von Kunst und Musik im Kampf um das Überleben und um die Frage, ob Zivilcourage nicht eine ständige Herausforderung ist.

Einführung von Univ.-Prof. Dr. Frank Stern, Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte, Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, mit anschließender Diskussion.


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